Heidelcement
Lichtblick für Merckle-Entschuldung

Für dem Unternehmer Ludwig Merckle zeichnet sich ein erster Teilerfolg ab. Mit der geplanten Mega-Aktien-Platzierung kann er unter Umständen seine VEM-Verbindlichkeiten stark reduzieren. Allmählich ist Licht am Ende des Finanzierungs-Tunnels in Sicht.

FRANKFURT. Der Verkauf des Pharmageschäft erweist sich zwar weiterhin als mühsam. Dennoch kommt für den Ulmer Unternehmer Ludwig Merckle allmählich Licht am Ende des Finanzierungs-Tunnels in Sicht. Denn die geplante Mega-Aktien-Platzierung von Heidelberg Cement wird unter Umständen nicht nur dem Baustoffhersteller selbst, sondern auch seinem bisherigen Mehrheitseigner Merckle einen deutlichen Abbau der Verbindlichkeiten ermöglichen. Im günstigsten Fall – das heißt, wenn das Heidelcement-Manöver komplett gelingt – könnte die Ulmer Gruppe bei der Entschuldung fast die Hälfte des Weges mit diesem einen Schritt zurücklegen.

Merckle hatte nach dem Freitod seines Vaters Adolf Merckle Anfang des Jahres eine kompliziert verschachtelte und hoch verschuldete Firmengruppe geerbt, die mit akuten Liquiditätsproblemen kämpfte. Einen Überbrückungskredit konnte er sich nur gegen die Verpflichtung sichern, maßgebliche Beteiligungen zu verkaufen. Dazu gehörten insbesondere die Pharmagruppe Ratiopharm, eine rund 80-prozentige Mehrheitsbeteiligung am ebenfalls hoch verschuldeten Baustoffhersteller Heidelberg Cement und Anteile am Pharmagroßhändler Phoenix. Merckle selbst musste die Geschäftsführung der Holdingfirma VEM Vermögensverwaltung räumen und den Verkaufsprozess weitgehend mehreren Treuhändern sowie Restrukturierungsexperten überlassen.

Zum Zeitpunkt der vorläufigen Refinanzierung addierten sich die Finanzschulden von VEM und einer weiteren Merckle-Holding namens Spohn Cement nach Informationen aus Finanzkreisen auf rund 5,1 Mrd. Euro. Weitere etwa vier Mrd. Euro Verbindlichkeiten lasteten auf dem Pharmahändler Phoenix, der sich über eine verschachtelte Konstruktion direkt in Familienbesitz befindet.

Zum aktuellen Finanzstatus von VEM waren gestern keine Informationen zu erhalten. Doch dürfte die Verschuldung von VEM/Spohn inzwischen wieder auf unter fünf Mrd. Euro gesunken sein. Die Merckle-Firmen haben sich in den vergangenen Wochen bereits von etwa 7,5 Prozent der Heidelcement-Anteile getrennt – unter anderem durch Abgabe von verpfändeten Anteilen an die Gläubigerbank Unicredit. Sollte es nun gelingen, wie von den koordinierenden Banken angestrebt, im Zuge der Heidelcement-Emission neben den 62,5 Mio neuen Aktien zusätzlich 62,5 Mio. existierende Anteile zu aktuellen Kursen zu platzieren, kann die Gruppe mit Erlösen von mehr als zwei Mrd. Euro rechnen.

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