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13.01.2009 
Konjunkturkrise

Heidelcement will Finanzen neu ordnen

von Siegfried Hofman und Martin W. Buchenau

Der zur Merckle-Gruppe gehörende Baustoff-Konzern Heidelberg Cement hat nun ebenfalls Verhandlungen zur Neuordnung seiner Finanzstruktur aufgenommen. Er hat dazu die Investmentbank Morgan Stanley als Berater angeheuert.

FRANKFURT. Ziel sei eine Stärkung der Eigenkapitalbasis und eine Verlängerung der Kreditlaufzeiten, teilte das Unternehmen am Dienstagabend mit. Zur Entschuldung sei außerdem der Verkauf von nicht strategischen Geschäftseinheiten geplant.

Vor allem aufgrund der Übernahme des britischen Hanson-Konzerns im Jahr 2007 ist Heidelberg Cement netto noch mit mehr als zwölf Mrd. Euro verschuldet, wovon ein Großteil 2010 fällig wird. Gleichzeitig verbucht das Unternehmen infolge der Konjunkturkrise deutlich sinkende Cash-Flows. Eine finanzielle Neuordnung gilt daher seit Monaten als unumgänglich. Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte Heidelcement am Freitag abermals herabgestuft. Verbindlichkeiten des Konzerns notierten in den vergangenen Wochen zum Teil bei weniger als 50 Prozent ihres Nennwerts.

Zudem trug ein starker Wertverlust von Heidelberg Cement in den vergangenen Monaten maßgeblich zur Schieflage der Merckle-Gruppe bei, die knapp 80 Prozent an dem Konzern hält und diese Anteile überwiegend über Kredite finanziert hat. Ansonsten ist Heidelcement mit Holdingfirmen des Merckle-Imperiums aber nicht verflochten.

Fachleute gehen davon aus, dass eine Refinanzierung den Konzern mit deutlich höheren Zinsen belasten wird. Bei den mehr als 40 Kreditgebern des Konzerns handelt es sich überwiegend um die gleichen Adressen, die auch bei Merckle engagiert sind, darunter Royal Bank of Scotland, LBBW, Commerzbank und Deutsche Bank. Ziel der Banken ist es, die von Merckle gehaltenen Anteile an einen strategischen Investor zu veräußern. Dies dürfte angesichts der desolaten Lage in der Branche aber ebenso schwierig sein, wie der Verkauf einzelner Sparten.

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