Heideldruck
„Unsere Finanzierung ist gewährleistet“

Bernhard Schreier gilt als entschlossener Sanierer. Rund ein Viertel der 20 000 Arbeitsplätze will der Heideldruck-Chef abbauen. Im Interview mit dem Handelsblatt spricht Schreier über die strukturelle Krise der Branche, die richtige Strategie und die Suche nach Investoren.

Handelsblatt: Herr Schreier, Ihr Vertrag wurde gerade um drei Jahre verlängert. Können Sie sich darüber angesichts der vor Ihnen liegenden Herkulesaufgabe freuen?

Bernhard Schreier: Ich arbeite seit 34 Jahren in diesem Unternehmen. Ich freue mich, dass mir der Aufsichtsrat für weitere drei Jahre die Führung von Heidelberger Druckmaschinen anvertraut hat. Diese Krise ist besonders schwierig, aber sie ist nicht die erste, die ich hier erlebe. Der vor uns liegende Weg ist steinig, wir müssen harte Entscheidungen treffen. Wir müssen es schaffen, dass der Abbau von 5 000 unserer 20 000 Stellen als Notwendigkeit verstanden wird, um den Erhalt der anderen 15 000 Arbeitsplätze zu sichern.

Also werden Sie Ihr Ziel, 5 000 Stellen abzubauen, erreichen?

Wir haben etwa die Hälfte erreicht. Das ist alles im Rahmen des Zukunftssicherungstarifvertrages geschehen, also ohne betriebsbedingte Kündigungen in der Stammbelegschaft. Jetzt reden wir über weitere Maßnahmen. Dabei kann ich betriebsbedingte Kündigungen nicht ausschließen.

Ein Abbau von einem Viertel - heißt das, Sie glauben nicht mehr an eine temporäre, sondern an eine strukturelle Krise?

Im Offset-Verfahren werden in erster Linie Dinge gedruckt, die jeder Verbraucher im Regal oder im Briefkasten findet. Die werden nicht durch das Internet verdrängt werden. In dieser Hinsicht sehe ich keine strukturelle Krise. Aber wir haben strukturelle Verschiebungen zwischen Industrie- und Schwellenländern. In Industrieländern wird das Marktvolumen leicht zurückgehen. In Schwellenländern stehen die Zeichen auf Wachstum.

Aber gerade die Industrieländer sind Ihr Kernmarkt. Können Sie die Schrumpfung einfach so hinnehmen?

Das machen wir ja nicht! Wir haben 2004 angefangen, neben dem Werbedruck den Verpackungsdruck sowie das Geschäft mit Verbrauchsmaterialien stark auszubauen. Trotz Umsatzrückgang bei den Maschinen ist der Umsatz mit Verbrauchsmaterialien und Service im letzten Geschäftsjahr von 700 auf rund 740 Mio. Euro gestiegen. Die Entwicklung gibt uns Recht.

Aber das hilft nicht, die Produktion besser auszulasten. Wenn Sie Druckmaschinen für Verpackungen bauen, warum nicht gleich die Verpackungsmaschinen dazu?

Natürlich wäre das vom Produktions-Know-how her möglich. Aber warum sollten wir uns auf ein Gebiet begeben, wo andere seit Jahrzehnten erfolgreich sind und der Markt gesättigt ist? Wir gehen andersherum vor: Wir bieten unser Know-how, das wir etwa in der Gießerei und Teilen der Fertigung haben, externen Firmen an. Unser Ziel ist es, hier mittelfristig etwa 100 Mio. Euro Umsatz zu erzielen.

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