Heitmann sieht noch andere „Problemkinder“
Lanxess-Chef kündigt weiteren Stellenabbau an

Den Abbau von 960 Arbeitsplätzen hat der Chemiekonzern Lanxess bereits angekündigt. Das ist aber noch nicht das letzte Wort, sagt Vorstandsvorsitzende Axel Heitmann in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Ein weiterer Stellenabbau sei wahrscheinlich.

HB LEVERKUSEN/FRANKFURT. Der Chef des von der Bayer AG abgespaltenen Konzerns wertet die Einigung mit den Arbeitnehmervertretern vom Freitag zwar als Chance, die beiden größten Verlustsparten wettbewerbsfähig zu machen. "Die Ampel steht jetzt auf Grün", sagte er. Doch habe das Unternehmen noch andere "Problemkinder", in denen weitere Stellenstreichungen wahrscheinlich seien, wenn auch nicht mehr in dieser Dimension. Kurzfristig sei noch nichts geplant.

In einem Brief an den Bayer-Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Erhard Gipperich präzisierte Heitmann seine Aussagen. Darin habe er unterstrichen, dass es bis Ende 2007 in Deutschland keine betriebsbedingten Kündigungen geben werde, sagte ein Lanxess - Sprecher. Heitmann betonte, dass er zu keinem Zeitpunkt gesagt habe, dass weitere Stellenstreichungen in Deutschland geplant seien. Außerhalb Deutschlands seien jedoch zur Unterstützung des beschlossenen Sanierungsprogramms zusätzliche Stellenstreichungen möglich, die aber eine ganz andere Dimension hätten und unter 100 liegen würden. Lanxess hat nach der Ausgliederung aus dem Bayer - Konzern noch keine eigene Arbeitnehmervertretung.

Vorstand und Betriebsrat hatten sich am Freitag unter anderem auf einen Abbau von 960 Stellen in Deutschland geeinigt. Die betroffenen Arbeitsplätze sollen sozialverträglich unter anderem über Ruhestand und natürliche Fluktuation wegfallen. Damit will das Unternehmen ab 2008 jährlich ein Einsparvolumen von 100 Mill. ? erreichen. Für den Umbau hat Lanxess einmalig einen Aufwand von 150 Mill. ? veranschlagt.

Betroffen von den Maßnahmen sind die Bereiche Feinchemie (Fine Chemicals) und Kunstharze (Styrenic Resin). 500 Stellen gehen in der Feinchemiesparte verloren. Die bei den Kunstharzen in Frage stehenden Standorte Dormagen und Tarragona (Spanien) bleiben erhalten, werden aber umgebaut. Im Lanxess-Werk in Dormagen werden 310 von derzeit 460 Stellen gestrichen. In Tarragona bleiben alle Stellen erhalten.

Lanxess war 2004 aus der Bayer AG ausgegliedert worden. Im Januar ging das Unternehmen an die Börse und ist seitdem mehrheitlich in Streubesitz. Am 20. Juni rückt das Unternehmen in den Börsenindex MDax auf. Lanxess setzte 2004 rund 6,8 Mrd. ? um. Weltweit beschäftigt der Konzern rund 19 600 Menschen.

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