Heiztechnikhersteller
Viessmann wächst in Deutschland kräftig

Der Heiztechnikhersteller Viessmann ist im vergangenen Jahr vor allem in Deutschland kräftig gewachsen und will trotz Wirtschaftskrise weiter expandieren. In Deutschland sei der Umsatz 2008 um 26 Prozent auf 717 Mio. Euro gestiegen.

FRANKFURT. Der Heiztechnik-Hersteller Viessmann geht davon aus, dass der Wirtschaftsabschwung auch am Heizungsmarkt nicht spurlos vorbeigehen wird, erwartet jedoch keinen Einbruch. „Für 2009 rechnen wir mit einem bestenfalls geringfügigem Wachstum in Deutschland bei gleichzeitigem Rückgang der Auslandsmärkte“, sagte Peter Schenk, seit knapp zwei Jahren Chef des operativen Geschäftes des Familienunternehmens, auf der Fachmesse ISH in Frankfurt. Viessmann erwartet eine Stagnation des Umsatzes und hat damit frühere Planungen nach unten revidiert. Bereits im letzten Quartal des vergangenen Jahres habe sich eine Abschwächung angedeutet. Probleme bereite besonders das Auslandsgeschäft, hier habe es hohe Währungsverluste gegeben, sagte Schenk.

Entlassungen oder Kurzarbeit stehen bei dem nach Bosch-Thermotechnik und Vaillant europaweit drittgrößten Hersteller von Heiztechnik aber nicht an. „Wenn der Markt wie erwartet stagniert, werden wir eine Überwinterungsstrategie einschlagen“, sagte Schenk. Wenn es schlechter laufe, werde man die Zeitkonten abbauen und die Zahl der Leiharbeiter reduzieren. Derzeit beschäftigt die Gruppe 8 600 Personen in 16 Werken und 120 Verkaufsniederlassungen in 37 Ländern. Am Stammsitz Allendorf/Eder sind 3 670 Mitarbeiter beschäftigt.

Die vor drei Jahren eingeschlagene Strategie, auch durch Zukäufe vor allem im stark expandierenden Bereich der erneuerbaren Energien zu wachsen, will Viessmann auch in schlechteren Zeiten fortsetzen. Allerdings betonte Martin Viessmann, der sich als Eigentümer auf die Position des Vorsitzenden des Verwaltungsrates zurückgezogen hat, dass man weiterhin keinen Umsatz dazukaufen wolle. Stattdessen sollen technologische Lücken geschlossen werde, die man so schnell nicht selbst hätte schließen können. So hat Viessmann 2008 den Schweizer Hersteller von Wärmepumpen KWT und den deutschen Hersteller von Blockheizkraftwerken ESS gekauft. Davor hatte das Unternehmen zwei österreichische Holzfeuerungsspezialisten und einen Hersteller von Biogasanlagen erworben.

2008 steigerte Viessmann den Umsatz um 21 Prozent auf 1,7 Mrd. Euro. Dabei wuchs das Geschäft in Deutschland um 26 Prozent auf 717 Mio. Euro, im Ausland stieg der Umsatz um 15 Prozent auf 987 Mio. Euro. 2007 war der Umsatz in Deutschland wegen der Marktschwäche um mehr als 20 Prozent gesunken.

Mit Angaben zur Ertragslage ist das Familienunternehmen wie gewohnt sehr sparsam. „Der Gewinn hat sich erholt, hat aber noch nicht wieder das Niveau des Jahres 2006“, sagte Schenk lediglich. Mit dem Ergebnis von 2008 sei man aber nicht unzufrieden, auch im Vergleich zur Branche.

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