Heizungsspezialist
Viessmann stärkt internationales Geschäft

Der Heiztechnik-Hersteller Viessmann will durch eine verstärkte Expansion im Ausland dem schwachen Heimatmarkt entgehen. Dabei setzt der drittgrößte europäische Heizungsbauer nicht nur auf organisches Wachstum, sondern auch auf weitere Zukäufe.

ALLENDORF. „Wir können nicht mehr nur rein organisch wachsen, sondern müssen Schlüsseltechnologien zukaufen“, sagte der Chef und Inhaber des Familienunternehmens, Martin Viessmann, anlässlich der Einweihung einer neuen Energiezentrale und Schulungsakademie am Stammsitz Allendorf in Nordhessen. Als drittgrößter europäischer Heizungsbauer setze Viessmann weiter auf die Erschließung neuer Märkte und will hier auch zukaufen. Der Abstand zu den beiden führenden Herstellern Bosch und Vaillant habe sich vergrößert, da diese durch Käufe stark gewachsen seien.

Viessmann hat Anfang Oktober die Münchener Bioferm mit 30 Beschäftigten übernommen und will dadurch in den Biogasmarkt einsteigen. Der Bereich soll in einigen Jahren einen Umsatz im dreistelligen Millionenbereich bringen. In China hat Viessmann die Firma Eurocon gekauft, die Röhrenkollektoren für die Gewinnung von Wärme aus Sonnenenergie herstellt. Viessmann will die Kapazität der Fertigung für den asiatischen Markt verzehnfachen. Zusätzlich wird Viessmann noch in diesen Wochen einen ungarischen Hersteller übernehmen, um die Fertigung von Großkesseln als verlängerte Werkbank auszubauen. Bereits Anfang des Jahres hatte Viessmann die österreichischen Hersteller Mawera und Köb & Schäfer übernommen und war damit in den Markt für Holzfeuerungsanlagen eingestiegen. Am Stammsitz Allendorf hat Viessmann in den vergangenen drei Jahren 220 Mill. Euro investiert und das Hauptwerk total umgebaut.

Um das internationale Geschäft zu managen, hat Viessmann die Manager Peter Schenk für das operative Geschäft und Joachim Janssen für Finanzen geholt. Martin Viessmann will sich auf die Strategie konzentrieren.

Durch das verstärkte internationale Geschäft ist der Auslandsanteil bei Viessmann auf rund 60 Prozent gestiegen. 2002 lag er noch bei 40 Prozent. Der deutsche Markt für Heizungen ist 2007 um rund 25 Prozent gesunken, was Viessmann mit Vorzieheffekten wegen der Mehrwertsteuererhöhung, dem Wegfall der Eigenheimzulage und der Unsicherheit der Verbraucher wegen der Stimmung weg von Öl und Gas erklärte. Bei Viessmann ist der Deutschland-Umsatz um zehn bis 15 Prozent gefallen, durch das stärkere Auslandsgeschäft werde Viessmann aber den Umsatz von 1,4 Mrd. Euro halten. Die Umsatzrendite vor Steuern sei allerdings auf einen einstelligen Prozentsatz gefallen, sagte Viessmann. 2006 sei sie niedrig zweistellig gewesen.

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