Hellenic Shipyards: Griechen stimmen Verkauf von Thyssen-Werft zu

Hellenic Shipyards
Griechen stimmen Verkauf von Thyssen-Werft zu

Die griechische Regierung und Thyssen-Krupp haben die verbliebenen Hürden für den Verkauf der defizitären Werft Hellenic Shipyards (HSY) beiseitegeräumt. Nach wochenlangem Gerangel erzielten die Parteien Einigkeit über den Vertragstext.
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FRANKFURT. Thyssen-Krupp will die Werft vor den Toren Athens an den arabischen Schiffsbauer Abu Dhabi Mar abgeben; Teil des Deals sind die Abwicklung eines alten Auftrags sowie die Neubestellung von zwei neuen Unterseebooten.

Die beiden Unternehmen und Griechenland hatten bereits im März eine grundsätzliche Einigung erzielt. Die Ausarbeitung des Vertragswerks gestaltete sich aber schwierig. Mehrfach standen die Verhandlungen auf der Kippe. So auch in der vergangenen Woche. Als der Vertrag von den Parteien bereits paraphiert war - also Seite für Seite gegengezeichnet, aber noch nicht final unterschrieben -, meldete die griechische Marine überraschend Nachbesserungsbedarf an.

Thyssen-Krupp und auch Abu Dhabi Mar drohten daraufhin, das Geschäft platzen zu lassen. Die Insolvenz von HSY mit 1 200 Beschäftigten wäre dann unvermeidlich gewesen. In den vergangenen Tagen konnten die noch strittigen Fragen geklärt werden.

Ohne Reibungen ging dies aber nicht: Venizelos sprach von "harten und schwierigen Verhandlungen". Es sei eine Zerreißprobe gewesen. Griechenlands Regierung stand bei den Gesprächen stark unter Druck, da nun weitere Kosten auf das hochverschuldete Land zukommen.

Zunächst muss Athen vier im Jahr 2000 bestellte U-Boote vom Typ 214 übernehmen; diese zu 80 Prozent bezahlten Schiffe sollen weiterverkauft werden. Teil des Deals ist zudem die Bestellung von zwei neuen Unterseebooten, die auf der HSY-Werft gebaut werden sollen. Der Auftragswert dürfte bei über einer Mrd. Euro liegen.

Auch wenn Venizelos den "gordischen Knoten" durchschlagen sieht: In trockenen Tüchern ist der Verkauf noch nicht. "Bevor der Vertrag in Kraft treten kann, sind aber noch weitere Schritte vorzunehmen", sagt der Chef von Abu Dhabi Mar, Iskandar Safa. Unter dem Vertragswerk mit knapp 25 000 Seiten fehlen noch die endgültigen Unterschriften. Offen ist zudem die Zustimmung des griechischen Parlaments. Dies solle bis zum 30. September geschehen, sagte Venizelos.

Geht der Verkauf durch, kann sich Thyssen auf einen warmen Geldregen zum Abschluss seines Geschäftsjahres freuen. Aus dem ersten Auftrag ist eine Summe von 320 Mio. Euro offen. Nach dem Verlust im Vorjahr würde die Werftensparte Marine Systems einen erquicklichen Gewinn ausweisen. Mit dem mehrheitlichen Verkauf von HSY - 24,9 Prozent verbleiben beim Ruhrkonzern - hat Thyssen-Krupp den Umbau des Geschäftsbereichs weitgehend abgeschlossen.

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  • ist für Thyssen wohl das beste, sich aus der deutschen Waffenindustrie zurückzuziehen. Da ist ja allerorten der Wurm drin: Egal, obs fliegt, fährt, kreucht und fleucht, schwimmt und höchst wahrscheinlich auch wenns taucht!

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