Henderson erst seit Juni Europachef
Die wichtigsten Akteure der Opel-Krise

Im Zentrum der Krise beim Automobilhersteller Opel stehen drei Personen: Fritz Henderson, Europachef des Mutterkonzerns General Motors, Carl-Peter Forster, früherer Vorstandschef von Opel und heute zweiter Mann bei GM Europe, und Klaus Franz, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der Adam Opel AG.

HB RÜSSELSHEIM. Die Akteure im Überblick:

Frederick Henderson:

Der 45-jährige Manager ist erst seit Juni der Chef von General Motors Europe. Der Abbau von 12 000 Stellen ist die größte Bewährungsprobe seiner Karriere. Henderson, der im Unternehmen „Fritz“ genannt wird, hatte seit seinem Einstieg bei GM 1984 unterschiedliche Positionen inne. Zuletzt übersah er die Geschäfte in Asien. Mit seinem eher unauffälligem Äußeren - Erkennungsmerkmal ist ein Schnauzbart - passt Henderson perfekt in die Riege der „Car Guys“ (Autokerle) in der amerikanischen Autometropole Detroit. Hat er mit seiner Radikalkur in Europa Erfolg, winkt Henderson der Chefposten im Gesamtkonzern. Carl-Peter Forster: Gleichzeitig mit Hendersons Berufung wurde der 50 Jahre alte Forster zu dessen Vize ernannt und von Rüsselsheim nach Zürich beordert. Vor drei Jahren war der gebürtige Londoner von BMW auf den Chefposten bei Opel gewechselt und konnte schließlich mit dem neuen Astra Kritiker und Kunden davon überzeugen, dass der Autobauer bei Design und Qualität wieder vorn mitspielt. Gleichzeitig zog er das Sparprogramm „Olympia“ durch, das angesichts des nun geplanten Stellenabbaus allerdings eher harmlos ausfiel. In der Europa-Zentrale von GM steht Forster nun vor dem Problem, dass der Aderlass seine Erfolge bei Opel wieder zunichte machen könnte. Klaus Franz: Der 52-Jährige, seit 2000 Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats, gilt bei Beschäftigten und Außenstehenden als die Seele von Opel. Franz versteht sich nicht als ideologischer Vorkämpfer der Gewerkschaften, sondern eher als „Manager von unten“, der mit Hilfe der Belegschaft Opel auf Vordermann bringen will. Begonnen hatte Franz 1975 als Lackierer. In den vergangenen Jahren handelte er einen Standortsicherungsvertrag nach dem anderen aus. Die Gespräche in den kommenden Wochen dürften die schwierigste Aufgabe seines Berufslebens werden.

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