Henkel-Chef Rorsted im Interview
„Ich fühle mich nicht als Ausländer“

Henkel-Chef Kasper Rorsted will nur noch da agieren, wo er stark sein kann - und fordert dafür Schnelligkeit. Im Interview mit dem Handelsblatt spricht er erstmals über die Ziele, die sich Henkel nach 2012 setzen will.

DüsseldorfHandelsblatt: Wenn Sie morgens aufstehen: Was beschäftigt Sie als Erstes?

Kasper Rorsted: Angesichts der aktuellen instabilen Marktverhältnisse schaue ich mir frühmorgens die Rohstoffpreise auf dem Blackberry an. Vor allem der Öl- und der Silberpreis interessieren mich.

Handelsblatt: Warum ausgerechnet Silber?

Rorsted: Silber ist ein wichtiger Rohstoff für unsere Klebstoffe, die zum Beispiel Mobiltelefone zusammenhalten. Außerdem ist Silber ein Vorprodukt in vielen anderen Produkten.

Handelsblatt: Tritt Henkel selbst an den Rohstoffmärkten als Spekulant auf?

Rorsted: Nein, das gehört nicht zu unserer Strategie. Wir kaufen die Rohstoffe, die wir für unsere Produkte brauchen, aber wir spekulieren nicht.

Handelsblatt: Geben Sie's ruhig zu: Sie kaufen zur Absicherung ihrer Wertschöpfungskette, wenn die Preise niedrig stehen?

Rorsted: Wir sichern unsere Lieferfähigkeit ab. Da geht es primär um die Liefermengen, aber weniger um den Preis. Dazu schließen wir Verträge mit den Rohstofflieferanten, die zwischen 90 und 120 Tagen laufen.

Handelsblatt: Ist diese vorsichtige Einkaufspolitik noch zeitgemäß? Ihre Klebstoffsparte musste zuletzt sogar auf Umsatz verzichten, weil Rohstoffe fehlten.

Rorsted: Der Einfluss von Lieferausfällen ist sehr gering, denn wir tun alles, damit wir unsere Kunden beliefern können. Letztes Jahr lag der Umsatzausfall in einem zweistelligen Millionenbereich. Bei 15 Milliarden Konzernumsatz ist das keine bedeutende Größe.

Handelsblatt: An den Weltfinanzmärkten ist der Teufel los. Die Marktkapitalisierung der großen Konzerne ist um Billionen Euro geschmolzen. Sind Ihre Geschäfte in der realen Welt von diesen Turbulenzen betroffen?

Rorsted: Ich glaube, dass es sich bei den aktuellen Unruhen an den Aktienmärkten um Übertreibungen handelt. Die Fundamentaldaten der Realwirtschaft jedenfalls haben sich in den letzten Tagen nicht verändert, die Weltkonzerne bleiben stark. Wir selbst haben vergangene Woche gute Halbjahreszahlen vorgelegt. Ich bin sehr zuversichtlich: Wir erreichen die Ziele, die wir uns gesetzt haben.

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