Heraeus
Edelmetallkonzern will nach Umbau wieder wachsen

Der Heraeus-Chef zeigt sich mit den Ergebnissen 2014 „insgesamt noch zufrieden“. Künftig soll nach Konzernumbau und dank Innovationen wieder mehr verdient werden – zum Beispiel mit rollbaren Displays.
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HanauMit einer neu geschaffenen Geschäftsstruktur peilt der Hanauer Edelmetall- und Technologiekonzern Heraeus Wachstum an. Für die kommenden Geschäftsjahre erwarte Heraeus „eine nachhaltige Verbesserung bei Umsatz und Ertrag“, sagte der Vorsitzende der Holding, Jan Rinnert, am Dienstag.

Das vergangene Jahr blieb hinter den Erwartungen zurück, die Ergebnisse lagen unter Vorjahresniveau. Der Produktumsatz inklusive verarbeiteter Edelmetalle sank auf rund 3,4 (2013: 3,6) Milliarden Euro. Der Edelmetallumsatz verringerte sich auf 12,2 (13,5) Milliarden Euro. Grund seien rückläufige Preise gewesen. Der Jahresüberschuss verringerte sich von 162 Millionen auf 134 Millionen Euro - bereinigt um das Ergebnis aus dem Verkauf der Dental-Sparte.

Zuversicht gibt dem Familienunternehmen mit seinen weltweit 12.591 Mitarbeitern die Umstrukturierung. Seit Jahresbeginn gibt es elf globale Geschäftseinheiten. Die Neuorganisation habe zu flacheren Hierarchien und einer stärkeren Orientierung auf Märkte und Kunden geführt, erklärte Rinnert.

Auch Innovationen sollen Heraeus voranbringen. Am Stammsitz Hanau entsteht bis Ende 2016 ein Innovationszentrum, das 200 Mitarbeitern Platz bieten soll. In Neuentwicklungen investiert das Unternehmen nach eigenen Angaben jährlich 100 Millionen Euro.

Einige Beispiele präsentierte Heraeus am Dienstag: Produziert werden etwa Kunststoffe (leitfähige Polymere) und somit die Grundsubstanz für eine moderne Touchscreen-Technologie. Die Displays sind flexibel, roll- und faltbar. 2017 oder 2018 könnten sie in Asien zur Marktreife kommen, sagte ein Unternehmenssprecher.

Heraeus entwickelt zudem neue Materialien für 3D-Drucker, schmelzendes Metallpulver zur Anwendung in der Luftfahrtbranche, Medizintechnik oder Automobilindustrie. Mit neuer Sensortechnik will das Unternehmen Autos fit machen für schärfere Abgasvorgaben. Heraeus arbeitet außerdem an neuen Materialien für die Brennstoffzellentechnologie in der Automobilindustrie.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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