Herausforderung Klimaschutz
RWE kämpft um Kunden und Image

Der größte CO2-Emittent Europas will seinen Ruf als schmutziger Kohleverstromer loswerden. Die Vorgabe des Konzernchefs Jürgen Grossmann lautet deshalb: „Mehr Wachstum, weniger CO2“. Er plant das „größte Investitionsprogramm der RWE-Geschichte“.

ESSEN. RWE-Chef Jürgen Großmann sieht auf die Energiekonzerne – nach Jahren sprudelnder Gewinne – eindeutig härtere Zeiten zukommen. „Machen wir uns nichts vor: In den vergangenen Jahren hat RWE von steigenden Energiepreisen profitiert“, sagt der neue Chef der deutschen Nummer zwei, „inzwischen ist aber absehbar, dass uns der Wind direkt ins Gesicht wehen kann – von der Klimagesetzgebung bis zur Marktentwicklung“.

Beide Effekte spürt das Unternehmen bereits: Im vergangenen Jahr verlor RWE unter dem Strich 250 000 Kunden an die Konkurrenz. Der schärfere Wettbewerb durch bundesweite Anbieter wie E-wie-Einfach oder Yello hat dem Konzern stark zugesetzt. Zudem kommen auf das Unternehmen hohe Belastungen durch den Emissionshandel zu, Großmann rechnet mit bis zu 1,5 Mrd. Euro pro Jahr. RWE betreibt schließlich besonders viele Braun- und Steinkohlekraftwerke und stößt jährlich 190 Mill. Tonnen des klimaschädlichen CO2 aus, so viel wie kein zweites Unternehmen in Europa.

Schon mit der Bilanz für 2007, die Großmann am Freitag präsentierte, und dem Ausblick auf das laufende Jahr konnte der Konzern die erfolgsverwöhnten Investoren nicht überzeugen. Das Betriebsergebnis stieg zwar um 15 Prozent, blieb aber unter den Erwartungen. Zudem kündigte RWE lediglich an, beim Ergebnis „mindestens das Niveau des Vorjahres erreichen zu können“. „Das war mir zu konservativ, der Markt hatte mehr erwartet“, kommentierte Analyst Theo Kitz von Merck Finck nüchtern. Die Aktie, die bereits in den Vortagen deutlich an Wert eingebüßt hatte, verlor am Freitag weitere 5,7 Prozent und war damit größter Verlierer im Deutschen Aktien-Index (Dax).

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