Herausforderungen
EADS arbeitet noch an vielen Baustellen

Trotz des Zuschlags für den größten Auftrag der Firmengeschichte steht EADS vor großen Herausforderungen. Größtes Problem ist die anhaltende Dollar-Krise, die Leitwährung des Flugzeugbaus fällt ins Bodenlose. Der Milliardenauftrag aus den USA ist für EADS zweifelsohne ein Riesenerfolg – die grundlegenden Probleme kann er aber nicht lösen.

PARIS/MÜNCHEN. EADS-Chef Louis Gallois wird in zwei Wochen in Paris einen bitteren Jahresabschluss präsentieren. Bestenfalls wird das Jahresergebnis eine schwarze Null sein. Die bei Bloomberg erfassten Analysten sind skeptischer: Sie rechnen im Schnitt mit einem Verlust von knapp 200 Mill. Euro.

Der überraschende Zuschlag für den Bau der 179 Tankflugzeuge gemeinsam mit Northrop Grumman ändert an den aktuellen Problemen wenig. Der Konzern kämpft immer noch mit den Fehlern der Vergangenheit. Erst blieb der Riesenairbus A 380 im Kabelsalat stecken. Das Desaster kostet die EADS mindestens fünf Mrd. Euro bis 2010. Und dann fiel der neue Langstreckenflieger A350 bei der Kundschaft durch und muss jetzt für mindestens 12 Mrd. Euro neu konstruiert werden.

Beim Bau des Militärtransporters A 400 M steht noch viel Ärger ins Haus. Ob der bereits mehrfach verschobene Erstflug in diesem Sommer tatsächlich stattfindet, ist mehr als fraglich, heißt es in der Branche. Die EADS hat sich zudem mit den Regierungen in Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien auf einen Festpreis eingelassen. Bleibt es dabei, droht ein neues Milliardendesaster, denn der Preis wird wohl nicht die ausufernden Entwicklungskosten decken.

Die heftigsten Kopfschmerzen bereitet dem EADS-Management indes der Dollar. Denn die Leitwährung des Flugzeugbaus fällt ins Bodenlose. Rutscht der Dollar nur ein Cent über die Marke von 1,35 Dollar je Euro, vernichtet das bei EADS 100 Mill. Euro Gewinn. „Wir müssen aus Airbus endlich ein integriertes Unternehmen machen“, predigt Airbus-Chef Tom Enders.

Der ehemalige Co-Chef des Mutterkonzerns EADS übernahm im Sommer 2007 überraschend die Führung im Airbus-Hauptquartier in Toulouse. Dort setzt er jetzt die Radikalkur namens „Power 8“ durch, die er selbst 2006 als EADS-Chef verordnet hat. Von den 55 000 Stellen in Europa werden 10 000 gestrichen und sechs Werke verkauft. Sämtliche nationalen Führungsstrukturen, in denen Airbus gefangen war, werden beseitigt.

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