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Kartendienst deutscher Autobauer vernetzt Fahrzeug-Sensoren

Nach dem Kauf des Nokia-Kartendienstes Here bringen Audi, BMW und Mercedes-Benz die Daten von Sensoren in ihren Fahrzeugen zusammen. Die Branche sucht so nach Antworten auf Datendienste von Google, Apple & Co.
Update: 26.09.2016 - 12:47 Uhr
Der Kartendienst Here will Fahrzeuge ihre Sensordaten austauschen lassen. Quelle: Reuters
Vernetztes Auto

Der Kartendienst Here will Fahrzeuge ihre Sensordaten austauschen lassen.

(Foto: Reuters)

BerlinDer Kartendienst Here der Autobauer Audi, BMW und Daimler will vernetzte Fahrzeuge Daten ihrer Sensoren austauschen lassen. Dabei geht es unter anderem um Informationen zu Verkehrsfluss und Staus, Unfallstellen und Glatteis sowie Straßenschildern, wie das Unternehmen am Montag ankündigte. Der Service soll im ersten Halbjahr kommenden Jahres zunächst mit Daten von Audi, BMW und Mercedes-Benz an den Start gehen. Die Informationen würden anonymisiert ausgewertet, hieß es.

Die Daten aus den Fahrzeugsensoren sollen auch für andere Hersteller und Diensteanbieter zugänglich sein. Zudem könnten auch diese ihre Informationen in die Plattform einbringen. Geplant sei ein Modell mit einer Kompensation für deren Beitrag, sagte Here-Manager Christof Hellmis. Unter anderem Volvo führte bereits einen ähnlichen Cloud-Dienst für Fahrer seiner Autos ein. Die Daten kommen in die Here-Plattform aus Cloud-Services der einzelnen Hersteller. Sie seien recht gut miteinander kompatibel, auch wenn es im Detail Unterschiede gebe.

Die drei deutschen Autokonzerne hatten Here im vergangenen Jahr für rund 2,6 Milliarden Euro dem Telekom-Ausrüster Nokia abgekauft, um eine eigene Plattform für ortsbezogene Dienste und präzise Karten für künftige selbstfahrende Fahrzeuge zu entwickeln. Es ist eine für bisherige Verhältnisse relativ ungewöhnliche Kooperation konkurrierender Hersteller.

Doch das Vordringen der Smartphones ins Auto setzt die Industrie unter Druck. Verbraucher wollen die gewohnten Dienste und Apps auch in den Fahrzeugen nutzen. „Sie kaufen kein Auto mehr, wenn sie ihr Smartphone nicht vernetzen können“, betont Branchenexperte Axel Schmidt von der Unternehmensberatung Accenture. Laut einer Studie des Unternehmens sei für zwei Drittel der Verbraucher die Einbindung des Smartphones mittlerweile wichtiger als die Fahrleistung.

Apple bietet Herstellern für die Integration von iPhones im Auto die Plattform Carplay an und Google hat das Pendant Android Auto für Smartphones mit seinem Betriebssystem. Beide Anbieter haben auch eigene Kartendienste, die mit der eingebauten Software der Autos konkurrieren. „Die Frage ist, werden zwei Ökosysteme nebeneinander im Auto überleben? Ich glaube: Nein“, sagte Schmidt. „Dieses Spiel ist aber noch nicht entschieden.“

Here erklärt, die Daten des neuen Angebots könnten auch in verschiedene Smartphone-Apps integriert werden. Diese könnten dann zum Beispiel auch über Android Auto oder CarPlay im Fahrzeug laufen.

Wie sich die Autoriesen elektrisieren
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GM (Opel) – Die Rückkehr des Ampera
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Noch im Jahr 2012 wurde der Ampera zu Europas Auto des Jahres gekürt. Wirklich erfolgreich wurde der Plug-in-Hybrid aber nie. Im ersten Halbjahr 2016 verkaufte Opel kein einziges elektrisches oder halbelektrisches Auto. Das soll sich bald ändern. In Paris zeigen die Rüsselsheimer den Ampera-E: ein reines Elektroauto mit 400 Kilometern Reichweite, das mit dem Vorgänger nur den Namen gemein hat.

Ford – Noch einmal mit Gefühl
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Nur zwei Mal wurde der Ford Focus Electric im ersten Halbjahr in Deutschland verkauft. Ford hat bei der Elektromobilität bislang wenig zu bieten. Darum sollen nun 4,5 Milliarden Dollar in die Entwicklung der Elektromobilität investiert werden. Bis 2020 sollen 40 Prozent aller Ford-Modelle elektrifiziert werden.

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Obwohl die Japaner massiv auf den Hybrid setzen, geht die Elektrifizierung bei Toyota noch nicht sonderlich weit. Gerade einmal 22 Exemplare des Prius Plug-in-Hybrid wurden im ersten Halbjahr in Deutschland verkauft. Und ein reines Elektroauto hat Toyota derzeit nicht mal im Angebot.

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Die Schwestermodelle Peugeot iOn und Citroen C-Zero kommen langsam in die Jahre. Mickrige 79 Exemplare wurden im ersten Halbjahr in Deutschland zugelassen. Gemeinsam mit Dongfeng haben die Franzosen darum eine Elektro-Plattform entwickelt, auf der bis 2021 sieben reine Elektroautos entstehen sollen. Insgesamt will PSA bis dahin elf elektrische Modelle anbieten.

Hyundai-Kia – Elektrooffensive aus Korea
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Die koreanischen Schwesterkonzerne wollen bei der elektrischen Mobilität vornewegfahren. Die 302 verkauften Elektroautos im ersten Halbjahr gehen vor allem auf das Konto des Kia Soul EV. Mit dem neuen Ioniq will Hyundai als erster Hersteller ein Modell anbieten, das als Hybrid, Plug-in-Hybrid und als reines Elektroauto erhältlich sein soll.

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Wer große SUV wie den Volvo XC90 baut, der braucht elektrische Hilfe – schon alleine um die strengen Abgaswerte einzuhalten. Rund 468 Plug-in-Hybride haben die Schweden mit der chinesischen Mutter im ersten Halbjahr in Deutschland verkauft. 2019 soll das erste Elektroauto mit einer Reichweite von 500 Kilometern vorgestellt werden.

Zum Start mit Autos der drei Hersteller würden einige hunderttausend Fahrzeuge an dem Datenaustausch teilnehmen, sagte Hellmis. „Damit wird der Service von Beginn an relevant sein.“ Da immer mehr aktuelle Modelle vernetzt seien, dürfte die Millionen-Marke schnell erreicht werden. Der Dienst solle zunächst in Europa starten und dann relativ schnell auch in Nordamerika eingeführt werden.

Für den Informationsaustausch werden Daten unter anderem von Regen- und Beschleunigungssensoren hinzugezogen, Straßenschilder werden von Kameras erfasst. Neben der Warnung vor Stauenden sollen die Fahrer auch Empfehlungen zu Parkmöglichkeiten erhalten, die zunächst aber eher auf Basis von früheren Daten und Parkhaus-Informationen berechnet werden.

Nach Einschätzung von Experten kann man das Verkehrsgeschehen schon mit Daten von rund zehn Prozent der Fahrzeuge recht gut abbilden. Zugleich könne der Austausch über eine Plattform wie die von Here Herstellern helfen, auch in Regionen, in denen sie schwächer auf der Straße vertreten seien, ortsbezogene Dienste in ihre Autos zu bringen.

Die drei deutschen Autobauer hatten von Beginn an erklärt, dass Here auch für weitere Partner offenstehe. Bisher wurden keine bekannt. Hellmis rechnet damit, dass es weitere Plattformen zum Datenaustausch geben werde. „Wir hoffen, mit unserem Angebot eine führende Position einnehmen zu können.“

  • dpa
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