Herrenmode-Markt bleibt schwierig
Hugo Boss sieht Damen-Sparte auf gutem Weg

Der Herrenmode-Konzern Hugo Boss sieht seine defizitäre Damen-Sparte „Boss Woman“ weiter auf dem Weg der Besserung. Die erhoffte Erholung auf dem Markt für Bekleidung ist aber nach den Worten von Vorstandschef Bruno Sälzer nicht vor dem nächsten Jahr zu erwarten.

Reuters BERLIN. „Die Orders von Boss Woman für Frühjahr/Sommer 2004 dürften ein zweistelliges Wachstum zeigen“, sagte Sälzer der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag in Berlin am Rande der Vorstellung der neuesten Kollektion. Den Break-even habe Boss Woman im zweiten Halbjahr fest im Visier. Auch das angestammte Herrenmode-Geschäft von Boss laufe der Flaute auf dem Markt zum Trotz ermutigend: „Die Vorverkäufe von Januar bis Juni waren sehr positiv, und das ist ein gutes Zeichen“, sagte Sälzer mit Blick auf die Frühjahr/Sommer-Kollektion, die derzeit vom Handel geordert wird. Boss-Vorzugsaktien legten daraufhin 6,5 Prozent auf 14,54 Euro zu.

„Wir waren so tief in den roten Zahlen, die Gewinnschwelle zu erreichen ist für uns ein riesiger Erfolg“, sagte Sälzer. Im ganzen Jahr werde die Damenmode-Sparte ihren Verlust wie geplant von 18 Millionen Euro 2002 auf fünf bis neun Millionen Euro 2003 abbauen. „Es hat sich das Gefühl breit gemacht, dass sich Boss Woman tatsächlich erholt. Die Leute hatten schon gedacht, die Sparte werde sich weiterhin unterdurchschnittlich entwickeln“, sagte ein Analyst in Frankfurt.

Markt für gehobene Herrenmode bleibt weiter schwierig

Für den Markt für gehobene Herrenmode ist Sälzer weniger optimistisch: „Es gibt absolut kein Zeichen einer Verbesserung auf dem Markt. Die Verbraucherstimmung ist noch immer schlecht.“ Er erwarte die ersten Anzeichen für einen Aufschwung 2004. Dann werde Freizeitmode schon leicht wachsen, während das klassische Segment weiter stagnieren oder gar leicht zurückgehen dürfte. Boss setzt unter Sälzer verstärkt auf trendige Freizeitmode, die derzeit gut 40 Prozent des Umsatzes ausmacht. Jeans seien nach Anzügen schon jetzt das zweitstärkste Segment. Befürchtungen von Analysten, Boss könne damit sein Image ruinieren, teilt Sälzer nicht: „Mercedes-Benz verkauft auch jede Menge Sportwagen. Das beeinträchtigt ihren Ruf als Luxuswagenhersteller auch nicht.“

Sälzer bekräftigt Gewinnplanung für das Gesamtjahr

Für das laufende Jahr bekräftigte Sälzer die Erwartung, dass Hugo Boss den Gewinn nach Steuern trotz stagnierender Umsätze um zehn Prozent steigern werde. „Die zehn Prozent gelten für jedes Jahr bis 2005“, betonte er. Das Ergebnis in den USA werde wegen der Umrechnungseffekte in Euro aber wohl negativ ausfallen. Dort macht Boss allein 14 Prozent seines Umsatzes. Hugo Boss veröffentlicht die Geschäftszahlen für das zweite Quartal am 30. Juli.

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