Hersteller investieren nach Ende der Krise wieder mehr in Produktionsanlagen
Auf Südamerikas Automarkt sind Billigmodelle der Renner

Die in Südamerika ansässigen Autobauer investieren wieder in neue Anlagen und Modelle. Das gilt nicht nur für den wichtigsten Standort der Region, Brasilien, wo die Branche im vorigen Jahr mit 2,2 Mill. Fahrzeugen eine Rekordproduktion erzielte. Auch in Argentinien melden sich die Konzerne nach der schweren Krise zurück.

SÃO PAULO/BUENOS AIRES. Toyota, Volkswagen, Daimler Chrysler und Peugeot fahren die Kapazitäten wieder hoch oder investieren sogar in neue Modelle in der Region. In den zurückliegenden Jahren hatten sie die Produktion auf Ein-Schicht-Betrieb gedrosselt oder sogar ganz stillgelegt. Grund für den neuen Elan: Die schwachen Währungen sind gut für den Export. Außerdem beleben sich auch die lokalen Märkte wieder.

In den 90er Jahren hatten die Unternehmen massiv in Südamerika investiert, vor allem in Brasilien und Argentinien entstanden moderne Fabriken. Angesichts des Wachstums der Region setzten sie auf den lokalen Markt – doch diese Hoffnung wurde von den wirtschaftlichen Krisen und massiven Währungsabwertungen zunichte gemacht.

Doch Fabriken zu schließen ist teuer. Deshalb machten die Automobilunternehmen aus der Not eine Tugend und setzten auf den Export, der durch die schwachen lokalen Währungen begünstigt wurde. Die argentinischen Autobauer exportierten 2004 mehr als die Hälfte ihrer Produktion. In Brasilien war es rund ein Viertel. Dort wuchsen die Ausfuhren an Fahrzeugen im vergangenen Jahr um 50 Prozent auf 8,3 Mrd. Dollar. Volkswagen do Brasil führt als Exporteur die Branche an.

Gleichzeitig beginnt auch die Nachfrage auf dem lokalen Markt anzuziehen. Doch geschieht das nicht im Mittelklasse-Segment (Golf, Astra) wohin die Investitionen der Konzerne zielten, sondern im Billigsegment: Sowohl in Brasilien als auch in Argentinien sind zwei Drittel der verkauften Fahrzeuge einfache Autos, die nicht viel mehr als 5 000 Euro kosten. Die Hersteller haben ihre Produktionsstruktur umgestellt und bringen neue Modelle auf den Markt. Kleinere, einfache Autos dienen zugleich in den entwickelten PKW-Märkten wie den USA oder Europa als Einstiegsmodelle. „Brasilien hat einen großen internen Markt für Kleinwagen und kann deshalb wegen der hohen Stückzahlen auch kostengünstig exportieren“, sagt Cledorvino Bellini, Fiat-Präsident in Brasilien.

Volkswagen exportiert den Fox nach Europa und will in Argentinien ab 2006 ein neues Modell vom Band laufen lassen und ebenfalls exportieren – zu 60 Prozent nach Brasilien. Der Wolfsburger Konzern kündigte bereits an, dass er für das neue Modell 100 Mill. Dollar in Argentinien investieren wird. Toyota investiert 200 Mill. Dollar in sein argentinisches Werk, von wo Pick-ups nach Brasilien und bald auch ein neues Modell für den Export weltweit vom Band laufen soll. General Motors wird in Brasilien künftig ein Vectra-Modell für die Emerging-Markets entwickeln.

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