Hersteller will Schwäche von Grundig und Loewe bei Flat-TV zur Expansion nutzen: VHS-Erfinder JVC sucht seine neue Nische

Hersteller will Schwäche von Grundig und Loewe bei Flat-TV zur Expansion nutzen
VHS-Erfinder JVC sucht seine neue Nische

Der Elektronikkonzern JVC will im kommenden Jahr in Europa deutlich stärker als der Markt wachsen. Während Kunihiko Sato, Europa-Chef des Elektronikkonzerns JVC, für den europäischen Markt für Unterhaltungselektronik ein Wachstum von vier bis fünf Prozent prognostiziert – nach einem Minus von drei Prozent im vergangenen Jahr – erwartet er für JVC ein „mindestens zweistelliges“ Wachstum.

PRAG. Dafür peilt Sato höhere Marktanteile bei Flat-TV und DVD-Rekordern an. JVC will außerdem erstmals mit einer selbst entwickelten Technologie („D-ILA“) Rückprojektionsfernseher für den Konsumbereich herstellen. Die Ankündigung kommt nur Wochen nach der Entscheidung des Chipriesen Intel, in diesen Wachstumsmarkt einzusteigen. Rückprojektionsfernseher gelten als preisgünstige Alternative zu Flachbildschirmen mit LCD- oder Plasma-Displays – besonders im HDTV-Bereich.

Trotz eines Umsatzplus von 13,4 % in Deutschland bei einem sinkenden Markt war das Kalenderjahr 2003 für JVC schwierig. Der Erfinder der VHS-Technik musste hohe Umsatzrückgänge in den Bereichen VHS, klassische Hi-Fi-Bausteine und Camcorder verkraften. Obwohl die Bereiche Flachbildschirme mit einem Plus von 91,4 % und DVD-Rekorder mit 30,1 % Zuwachs boomten, hakte es auch hier: Es kam zu Lieferengpässen im Weihnachtsgeschäft. Alleine an DVD-Rekordern soll ein Lieferrückstand im fünfstelligen Bereich aufgelaufen sein.

In Deutschland ist JVC derzeit mit 3,9 % Marktanteil die Nummer Sieben. Im TV-Markt ist JVC noch Nummer Zehn in Deutschland, will aber im kommenden Jahr – nicht zuletzt wegen der Schwäche der einheimischen Hersteller Grundig und Loewe – deutlich vorankommen. Die Bereiche DVD und TV sind auch deshalb so wichtig, weil JVC nicht in den Wachstumsmärkten Digitalkameras und Mobiltelefone vertreten ist.

Allgemein vermisst wurde auf der Präsentation der 2004er Produktlinie in Prag jeder Hinweis auf Aktivitäten im Bereich des vernetzten Hauses. Vor 2005, so Aussagen am Rand der Konferenz, werde es hier kaum Systeme geben.

JVC setzte weltweit im Finanzjahr 2003 (zum 31.3.2003) rund 8,1 Mrd. $ um, davon 5,3 Mrd. $ außerhalb Japans. Nach schweren Verlusten in den Vorjahren konnte auch wieder ein Nettogewinn von rund 52 Mill. $ erzielt werden.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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