Hersteller wollen 2007 Spur halten
Autobranche erwartet nur eine Delle

Neue Modelle, zahlreiche Rabattaktionen und der Endspurt der Neuwagenkäufer vor der Mehrwertsteuererhöhung bescheren der deutschen Automobilindustrie ein „goldenes viertes Quartal“. Beflügelt vom Export und der anziehenden Inlandsnachfrage will die Branche 2007 die Spur halten.

HB FRANKFURT/MAIN. So stiegen die Pkw-Neuzulassungen im November um 18 Prozent, wobei die deutschen Marken stärker zulegten als die Importe, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Dienstag in Frankfurt am Main mitteilte. „Die Jahresschluss-Offensive ist in vollem Gange, auch im Dezember erwarten wir ein gutes Weihnachtsgeschäft“, sagte VDA-Präsident Bernd Gottschalk.

Die Mehrwertsteuererhöhung zu Jahresbeginn werde nur zu einer vorübergehenden Delle im Absatz auf dem deutschen Markt führen, erklärte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Dienstag in Frankfurt. Insgesamt ist die Industrie optimistisch und erwartet ein „robustes“ Autojahr. Im Inland sollen 3,4 Millionen Wagen verkauft werden, das wären genauso viele wie 2006. Rückenwind kommt aus dem Ausland: Wegen der starken Auslandsnachfrage rechnen die Autobauer 2007 zum fünften Mal in Folge mit einem neuen Rekord beim Export und bei der Produktion. Neue Stellen werde die Industrie mit 751 000 Beschäftigten aber nicht schaffen.

„Es gibt genügend Anlass zur Zuversicht“, sagte VDA-Präsident Bernd Gottschalk, der in Deutschland eine „kleine Trendwende“ im lange schwächelnden Privatkundengeschäft sieht. Neue Modelle, die gute Kauflaune der Verbraucher, sinkende Benzinpreise und Rabatte hätten den Markt im „goldenen vierten Quartal“ angekurbelt. Immerhin ein Drittel des Zuwachses in diesem Jahr sei unabhängig von der anstehenden Mehrwertsteuererhöhung.

Das laufende Jahr werde mit einer Rallye enden: Um die Mehrwertsteuer zu umgehen, hätten viele Käufer in den vergangenen Wochen Autos gekauft. So stieg die Zahl der Neuzulassungen allein im November gegenüber dem Vorjahr um 18 Prozent auf 326 000 Wagen. Zum dritten Mal in Folge werde der deutsche Automarkt 2006 wachsen und um drei Prozent auf 3,4 Millionen Fahrzeuge zulegen. „Die Mehrwertsteuererhöhung ist die größte psychologische Hürde im Autojahr 2007“, kritisierte Gottschalk. Ein Neuwagen werde dadurch im Schnitt 700 Euro mehr kosten.„Die Autokonjunktur wird aber im Jahresverlauf wieder Tritt fassen und an Robustheit gewinnen.“ Das Nutzfahrzeuggeschäft werde auf hohem Niveau weiter zulegen.

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