13.12.2005

Übernahmepläne: Herz-Geschwister greifen nach Puma

Die Erben der Hamburger Kaffeedynastie Tchibo, Günter Herz und seine Schwester Daniela Herz, streben nach der Mehrheit beim Sportartikelhersteller Puma.

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von Gregory Lipinski
Puma ist der weltweit drittgrößte Sportartikelhersteller. Foto: dpaLupe

Puma ist der weltweit drittgrößte Sportartikelhersteller. Foto: dpa

HAMBURG. Die Erben der Hamburger Kaffeedynastie Tchibo, Günter Herz und seine Schwester Daniela Herz, streben nach der Mehrheit beim Sportartikelhersteller Puma. Die Hamburger Milliardäre prüfen, ob sie ein Übernahmeangebot für die im MDax notierte Gesellschaft unterbreiten.

„Wir schließen ein Übernahmeangebot nicht aus. Eine Entscheidung hierüber ist aber nicht gefallen“, sagte Rainer Kutzner, Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Mayfair und zuständig für die Investments der Familie. Mayfair gehört Günter und Daniela Herz gemeinsam. Sie hatten sich im Mai zunächst mit 17 Prozent an Puma beteiligt und ihren Anteil auf mehr als 25 Prozent aufgestockt. Die Herz-Familie ist größter Einzelaktionär bei Puma.

Der weltweit drittgrößte Sportartikelanbieter ist für Herz ein gutes Investment. Seit seinem Einstieg legte die Puma-Aktie von 180 auf jetzt 234 Euro zu. Auch die Zukunft ist viel versprechend: Die Fußball-Weltmeisterschaft steht bevor, und Puma-Chef Jochen Zeitz verfolgt eine aggressive Expansionspolitik. Das Puma-Management steht einem Übernahmeangebot grundsätzlich offen gegenüber. „Diesbezüglich haben wir keinerlei Informationen. Sollte uns ein Übernahmeangebot von Mayfair vorliegen, so werden wir es im Interesse unserer Aktionäre bewerten“, erklärte ein Puma-Sprecher am Dienstag.

Analysten zweifeln aber, ob ein Übernahmeangebot überhaupt nötig ist. „Es besteht für Herz keine Notwendigkeit, das Unternehmen komplett zu übernehmen, da er bereits die Mehrheit in der Hauptversammlung besitzt“, sagt Jörg-Philipp Frey, Analyst bei der Kölner Privatbank Sal. Oppenheim. Er begründet dies damit, dass Günter Herz und seine Schwester mit einer Schachtelbeteiligung Satzungsänderungen blockieren können. Außerdem ist die Hauptversammlung von Puma traditionell schwach besucht, so dass nur eine relativ geringe Anzahl von Stimmrechten notwendig ist.

Sollte die Herz-Familie Puma trotzdem vollständig schlucken, müssten die Geschwister auf den aktuellen Kurs einen Aufschlag von 20 bis 30 Prozent zahlen, heißt es in Frankfurter Bankenkreisen. Damit müssten sie für das restliche Aktienpaket weit mehr als rund drei Mrd. Euro zahlen. Das Kapital hierfür besitzt die Familie. Denn nach Informationen aus der Branche verfügen die Herz-Geschwister über ein Anlagevolumen von rund 15 Mrd. Euro, wenn sie zu dem vorhandenen Eigenkapital noch Fremdmittel aufnehmen. Günter und Daniela Herz hatten im August 2003 ihr Aktienpaket am Kaffeekonzern Tchibo für mehr als vier Mrd. Euro verkauft.

Günter Herz, der von seinen Brüdern Michael und Wolfgang aus dem Tchibo-Konzern gedrängt wurde, hatte mehrfach betont, dass er wieder unternehmerisch aktiv sein will. Er möchte einen Sitz im Aufsichtsrat des Sportartikelkonzerns, heißt es aus der Herz-Familie. Puma hatte bereits mitgeteilt, dass Mayfair zwei Sitze im Kontrollgremium anstrebt. Einen davon bekam am Dienstag Mayfair-Geschäftsführer Kutzner. „Ob Herr Herz in den Aufsichtsrat rückt, ist noch nicht entschieden“, sagte Kutzner dem Handelsblatt.

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