Herz-Medikament
FDA überprüft Sicherheit von Trasylol

Die US-Gesundheitsbehörde FDA überprüft das Bayer-Medikament Trasylol auf seine Sicherheit. Einer im "New England Journal of Medicine" veröffentlichten Studie zufolge erhöht das bei Herzoperationen eingesetzte Mittel das Risiko von Nierenversagen, Schlaganfällen, Herzversagen und Herzattacken deutlich.

HB FRANKFURT. Die US-Behörde veröffentlichte am Mittwoch entsprechende Hinweise an Ärzte und Patienten. Ein Bayer-Sprecher sagte, das Unternehmen werde mit der FDA und anderen Behörden bei der Überprüfung von Trasylol zusammenarbeiten. "Wir analysieren die Daten, die wir zu dem Medikament haben." Die betroffenen Mediziner und Apotheker würden in den nächsten Tagen schriftlich informiert.

Die Bayer-Aktie lag am Mittwoch nach der Mitteilung der US-Gesundheitsbehörde 1,36 Prozent im Minus bei 33,40 Euro. Auch die deutsche Arzneimittelaufsicht BfarM hatte vor wenigen Tagen angekündigt, sie wolle das Medikament unter die Lupe nehmen. Für ein Verbot sah sie allerdings derzeit keinen Anlass.

Trasylol wird vor allem zur Verringerung des Blutverlusts bei Herzoperationen eingesetzt. 2004 kam Bayer mit dem Präparat auf einen Umsatz von 171 Millionen Euro. Die Leverkusener hatten jüngst einen Vorstoß unternommen, das Medikament auch auf die Anwendung für operative Versteifung der Wirbelsäule zu prüfen. Bayer hatte die Erwartung an den Spitzenumsatz des Mittels auf mehr als 500 Millionen Euro angehoben.

Nach der in der US-Medizinzeitschrift veröffentlichten Studie verdoppelt das bei Operationen verwendete Mittel das Risiko, einen Schlaganfall oder Nierenversagen zu erleiden. Zusätzlich steige das Risiko einer Herzattacke oder eines Herzversagens bei Einnahme des Medikaments um 55 Prozent. Weil zwei Alternativ-Medikamente die gleiche Wirkung ohne derartige Risiken erzielten und zudem wesentlich billiger seien, wäre ein weiterer Einsatz des Bayer-Medikaments unklug, hatte das Fazit der Studie gelautet.

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