Hewlett-Packard
Die Macht der Druckpatrone

Das Geschäft läuft wie am Schnürchen: Beim Umsatz hat Hewlett-Packard (HP) die 100-Mrd.-Dollar-Grenze greifbar nahe, die HP-Aktie setzt ihren Aufwärtstrend ununterbrochen fort und unterfüttert wird das Ganze durch rasant steigende Gewinne. Fast unbemerkt steigt HB gerade zum weltgrößten Technik-Konzern auf.

NEW YORK. Hewlett-Packard (HP), die älteste Technologiefirma im Silicon Valley, galt mal als Dinosaurier: 1939 gegründet, 60 Jahre später vom Internet bedrängt und Analysten zufolge schier vom Aussterben bedroht. Diese Einschätzung hielt sich über Jahre. Und jetzt das: HP gibt sich ganz frisch, zeigt strahlende Kinderaugen und blühende Landschaften – zwei Tage lang lässt der Konzern Bilder sprechen und hat das New Yorker Hotel Ritz-Carlton für eine HP-Konferenz in ein buntes Fotolabor verwandelt.

Zwischen all die Hochglanzfotos im XL-Format schmuggelt HP seine neuen Produkte und Dienstleistungen, vor allem aber die Botschaft: „Wir leben noch, und zwar prächtig!“ Seine Tagung nennt das Unternehmen frei übersetzt ganz unbescheiden „Print 2.0 – über die Macht der Druckpatrone“.

Falsch ist der Titel nicht – die Firma aus Palo Alto mit ihren Mini-Kartuschen verdient auch im digitalen Zeitalter bestens. Im Schatten der Probleme des Rivalen Dell hat HP unter Konzernchef Mark Hurd eine Kehrtwende hingelegt, die in der Öffentlichkeit nahezu unbemerkt blieb. Bisher dominiert dort immer noch das Bild der aufreibenden Machtkämpfe an der Spitze, nachdem HP vor fünf Jahren den Computerhersteller Compaq übernommen hatte.

Dabei läuft das Geschäft seit einiger Zeit wie am Schnürchen: Beim Umsatz hat HP die 100-Mrd.-Dollar-Grenze greifbar nahe und ist damit zum weltgrößten IT-Konzern – noch vor IBM – aufgestiegen. Das Überholmanöver ging 2006 fast unter, weil sich die Medien auf die Affäre um illegale Ermittlungsmethoden wegen undichter Stellen im HP-Verwaltungsrat stürzten. Investoren war der Spionagefall einerlei: Die HP-Aktie setzte ihren seit 2005 anhaltenden Aufwärtstrend ununterbrochen fort.

Unterfüttert wird der Kursanstieg durch rasant steigende Gewinne – im Vorjahr waren es schon 6,2 Mrd. Dollar nach 2,4 Mrd. Dollar 2005. Analysten führen dies auf den Sparkurs von Konzernchef Hurd zurück, der in den letzten eineinhalb Jahren trotz gut laufender Geschäfte fast 15 000 Arbeitsplätze und drei Management-Ebenen abgebaut hat.

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