Hidrocantabrico-Anteil wird womöglich verkauft
Kurswechsel bei EnBW

Bislang dementierte der Regionalversorger Energie Baden-Württemberg (EnBW) beharrlich, seine Beteiligung an dem spanischen Energiekonzern Hidroelectrica del Cantabrico verkaufen zu wollen. Nun scheint sich die Lage nach Informationen aus Branchenkreisen zu ändern. Ein Verkauf ist demnach möglich.

HB STUTTGART. „Der neue Vorstandsvorsitzende Utz Claassen ist daran nicht uninteressiert“, erfuhr Reuters am Montag aus den Kreisen. Eine schnelle Einigung sei jedoch nicht zu erwarten. Als Interessent für das 35-Prozent-Paket, dessen Wert auf etwa eine Milliarde Euro taxiert wird, hatte sich der portugiesische Stromkonzern Electricidade de Portugal (EdP) bereits mehrfach zu erkennen gegeben.

EdP hält bereits 40 % an Hidrocantabrico, dem größten spanischen Elektrizitätsversorger. Der Chef der Staatsholding, Juan Talone, hatte vergangene Woche erklärt, eine Integration von Hidrocantabrico in EdP wäre logisch, sobald der gemeinsame iberische Strommarkt 2006 Wirklichkeit sei.

Noch im vergangenen Sommer hatte die EnBW Berichte über einen Verkauf der Beteiligung oder Verhandlungen darüber strikt zurückgewiesen. Damals war der Anteilswert in Spanien noch auf 1,3 Mrd. € geschätzt worden. EnBW war - auch auf Wunsch seines Großaktionärs Electricite de France (EdF) - 2002 bei Hidrocantabrico eingestiegen. Am Montag teilte der Konzern in Karlsruhe auf Anfrage mit: „An unserer spanischen Beteiligung Hidrocantabrico haben wir viel Freude. Zu Spekulationen nehmen wir nicht Stellung.“ EnBW und EdP teilen sich dort die operative Kontrolle.

EnBW-Chef Claassen könnte mit dem Verkauf auch die niedrige Eigenkapitalquote des Energiekonzerns erhöhen, der - vor allem wegen milliardenhoher Abschreibungen auf Beteiligungen - für 2003 rund 1,2 Mrd. € Verlust erwartet. In den Kreisen hieß es, der Hidrocantabrico-Anteil könne zunächst auch bei der EdF zwischengeparkt werden.

Am Freitag hatte sich die EnBW mit der Gewerkschaft Verdi auf eine Verkürzung der Arbeitszeit der rund 13 000 Mitarbeiter um zwei Wochenstunden ohne Lohnausgleich geeinigt, was neben dem Abbau von mehr als 2000 Stellen bis 2006 rund 337 Mill. € einsparen soll.

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