Hifi-Industrie
Bang & Olufsen: Sound of Silence

Beim Hifi-Produzenten Bang & Olufsen wird es mit Blick auf die jüngsten Zahlen ganz still. Wo vor einem Jahr noch ein Gewinn zu finden war, steht nun ein Millionenverlust. Und auch für die Zukunft stellt sich bei den Dänen kein Optimismus ein. An der Börse blieb das nicht ohne Wirkung.

>hst/HB STOCKHOLM. Der dänische Hersteller von edlen Audio- und Videoanlagen, Bang & Olufsen, hat in den ersten neun Monaten seines Geschäftsjahres einen Verlust vor Steuern von 414 Mio. Kronen (55,6 Mio. Euro) verbucht. Das Unternehmen leidet wie viele seiner Konkurrenten unter dem gebremsten Konsumverhalten. Außerdem kann der Hersteller hochwertiger, aber teurer Audio- und Videoanlagen nicht mehr mit seinem Design punkten, da gerade bei LCD-Fernsehern das ursprünglich von B&O eingeführte strikte Design zum Standard geworden ist. Der schärfste Konkurrent der fränkischen Traditionsfirma Loewe leidet auch an hohen Restrukturierungskosten.

Der Umsatz sank in den ersten neun Monaten im Vergleich zum Vorjahr um eine Mrd. Kronen auf 2,2 Mrd. Kronen. Die B&O-Aktie stürzte an der Börse in Kopenhagen zwischenzeitlich um rund sieben Prozent, erholte sich aber später wieder. Auch die Zukunft sieht nach Einschätzung der Unternehmensführung nicht rosig aus: Für das gesamte Geschäftsjahr rechnet B&O mit einem Vorsteuerverlust von 510 Mio. Kronen und einem Umsatz von nur 2,8 Mrd. Kronen. Zuvor war man noch von einem Umsatz von 3,1 bis 3,3 Mrd. Kronen ausgegangen.

In die Zukunft blickt Bang & Olufsen pessimistisch. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern nun mit einem Minus vor Steuern von rund 68,5 Mio. Euro. Ihre Umsatzprognose schraubten die Dänen wegen der unsicheren Marktbedingungen und rückläufiger Bestellungen auf 376 Mio. Euro zurück. Zuvor war das Unternehmen von bis zu 443 Mio. Euro ausgegangen. Deutschland ist neben dem Heimatmarkt und Großbritannien einer der größten Märkte von Bang & Olufsen.

Neben dem Heimatmarkt Dänemark zählen Deutschland und Großbritannien zu den wichtigsten Absatzmärkten des Unternehmens. Die Krise bei B&O kommt nicht überraschend: Der Konzern hatte sich vor einigen Jahren verzettelt und produzierte neben den hochwertigen Audio- und Videoanlagen auch Mobiltelefone. Die konnten sich jedoch nie am Markt durchsetzen. Seit einem Führungswechsel wollte sich B&O wieder auf das Kerngeschäft konzentrieren, geriet dabei aber in den Strudel der weltweiten Wirtschaftskrise.

Die Aktie des als Übernahmekandidat geltenden Konzerns gab zeitweise mehr als sieben Prozent nach. Im Kopenhagener Mittagshandel notierten die Papiere dann nur noch 0,6 Prozent schwächer.

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