High-Tech-Sport
Die Fitness wird digital

Turnschuh-Verkauf allein reicht nicht mehr: Um ihre Wachstumsziele zu erreichen, investieren Adidas und Puma massiv in High Tech und Internet-Anwendungen. Für den Ausbau des Geschäfts braucht es vor allem die richtigen IT-Fachleute.
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HERZOGENAURACH. Sport und IT - das waren bisher Welten, die kaum Berührungspunkte hatten. Und die eine Klientel mit geradezu gegensätzlichen Lebensanschauungen bedienten.

Die Firmen aus der Welt des Sports produzierten immer schickere, leichtere und effizientere Turnschuhe, Tennisschläger oder Trainingsmaschinen. Und sie entwickelten Marken. Innovationen kamen vor allem aus der Materialkunde. Ihre Kunden sind körperbewusste, sportbegeisterte Fitness-Freaks.

Die High-Tech-Schmieden der IT-Welt brüteten über neuen Computern und Software. Sie haben die Kommunikation und Freizeitgestaltung einer ganzen Generation bestimmt. Ihre Nutzer sitzen stundenlang vor dem Bildschirm, sie chatten mit Freunden, tauchen ein in die Welt digitaler Spiele oder schreiben eigene Programme. Bewegung an der frischen Luft? Eher Fehlanzeige.

Jetzt aber sieht es so aus, als kämen sich die bisher so unterschiedlichen Branchen näher.

Der Sportkonzern Adidas investiert jedenfalls kräftig in den Ausbau seiner IT-Abteilung. "In den nächsten 18 Monaten haben wir 150 Stellen zu besetzen, vielleicht werden es sogar noch mehr", sagte Jan Brecht, IT-Chef des fränkischen Traditionsunternehmens, dem Handelsblatt. Das ist ein Plus von rund 15 Prozent, zwei Drittel der neuen Arbeitsplätze entstehen in Deutschland.

Fitness-Apps für mobile Endgeräte

Waren es bisher vor allem Marketingexperten, Logistikspezialisten und Designer, von denen der Erfolg der Marke mit den drei Streifen abhing, so werden es künftig mehr und mehr die Informatiker sein. Das liegt einerseits daran, dass Adidas den Direktvertrieb übers Internet forciert. Gleichzeitig werden neue soziale Netze wie Facebook für die Kundenbindung wichtiger. Doch das ist noch nicht alles: Adidas verspricht sich viel von einer besseren Analyse der zahllosen Daten, die der Konzern rund um die Welt sammelt.

Für die gesamte Sportbranche wird die digitale Welt wichtiger. "Unsere E-Commerce-Umsätze werden sich bis 2015 jedes Jahr verdoppeln", sagte Stefano Caroti, Vertriebsvorstand von Puma. Die Raubtiermarke, ein langjähriger Adidas-Rivale, hat nach Angaben einer Sprecherin "einen höheren zweistelligen Bedarf an IT-Spezialisten".

Allerdings können sich diese Leute ihre Jobs aussuchen. "Im Rahmen der positiven konjunkturellen Entwicklung sind IT-Fachleute überproportional stark gefragt", meint Albert Lidl, Chef des IT-Dienstleisters Top-IT-Services. "Der Markt für Topleute wird enger", stellt auch Adidas-Manager Brecht fest. Er will die Experten mit der Aussicht anlocken, direkt an Produkten für Konsumenten mitzuarbeiten. Die Zeiten sind vorbei, in denen sich die Informatiker nur darum gekümmert haben, dass die Rechenzentren laufen.

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