Hilferuf des Autobauers kommt anderen Mitsubishi-Geschäften ungelegen
Mitsubishi-Gruppe fürchtet um die Marke

Im Ringen um die Rettung von Japans viertgrößtem Autobauer Mitsubishi Motors ist Hauptanteilseigner Daimler-Chrysler auf Geldzusagen der anderen Großaktionäre angewiesen. Die Diskussionen mit dem Maschinenbauer Mitsubishi Heavy (14,8 %), dem Handelshaus Mitsubishi Corp. (5,2 %) und der Finanzgruppe Mitsubishi-Tokyo (5 %) sind in der heißen Phase. Dabei sollen die Mitsubishi-Firmen Berichten zufolge von den verschiedenen Rettungsszenarien die günstigeren Varianten favorisieren. Dennoch sorgen sie sich um die Marke Mitsubishi.

TOKIO. Mitsubishi ist zusammen mit Mitsui und Sumitomo eine der ältesten Firmengruppen Japans, so genannte Keiretsu. Bereits im 19. Jahrhundert entstanden, gruppierten sich um die Mitsubishi Bank und das Mitsubishi Handelshaus viele andere Firmen. Heute sind alleine an der Tokioter Börse mehr als 20 davon notiert, darunter auch der Kamerahersteller Nikon und der Bierbrauer Kirin, denen man ihre Herkunft nicht direkt ansieht. Per Kapitalbeteiligung verflochten, war es für die Firmen selbstverständlich, sich gegenseitig mit Finanzierung und Aufträgen zu versorgen.

So hilft das Mitsubishi Handelshaus Mitsubishi Motors beim Autoabsatz im Ausland. Dafür war es auch lange selbstverständlich, dass Mitsubishi Motors seine Maschinenteile innerhalb der Familie einkaufte – nicht immer die schnellste und günstigste Variante. Auch Mitsubishi Electric vertraute zu lange auf das billige Geld der Hausbank und die Kunden der Mitsubishi-Familie – und rutschte so Ende der neunziger Jahre arg ins Minus.

Nachdem die Mitsubishi-Gruppe die Welt in den 80ern in Angst und Schrecken versetzte, als sie auf der Höhe der japanischen Spekulationsblase die Mehrheit am Rockefeller Center in New York kaufte, folgte Ende der 90er Jahre die große Krise für die Gruppe. Die Mitsubishi Bank, Herzstück der Gruppe, fusionierte, ebenso die Ölfirma Mitsubishi Oil. Die Investmentbank Nikko Securities ist mittlerweile mit der amerikanischen Citigroup verbandelt. So zerfledderte die als konservativ bekannte Mitsubishi-Gruppe, deren Mitgliederfirmen lange als die Elite-Arbeitgeber in Japan galten.

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