Hilfspaket: Britische Autoindustrie fordert mehr Hilfe

Hilfspaket
Britische Autoindustrie fordert mehr Hilfe

Die Begeisterung der britischen Automobilbranche über das Hilfspaket der Regierung hält sich in Grenzen. Sie hofft auf Garantien für Verbraucherkredite - zur schnellen Ankurbelung des Absatzes. Indes hat der führende britische Auto- und Luftfahrtzulieferer GKN einen weiteren Stellenabbau angekündigt.

LONDON. Der Branchenverband SMMT fürchtet, dass es zu lange dauern wird, bis das Paket aus Krediten und Kreditgarantien für den Bau umweltfreundlicherer Autos bei den Unternehmen ankommt. Er fordert, dass die Regierung Kreditgarantien für die Finanzierungstöchter der Autohersteller anbietet, um den Absatz rasch anzukurbeln. Der führende britische Auto- und Luftfahrtzulieferer GKN kündigte indessen einen weiteren Stellenabbau an.

Wirtschaftsminister Peter Mandelson traf sich gestern mit Vertretern der Industrie zu einem Branchengipfel. Das Gespräch habe den Industriellen Zuversicht eingeflößt, sagte SMMT-Chef Paul Everitt. "Wir haben aber betont, dass es an konkreten Schritten fehlt, um die Nachfrage zu stimulieren und den Zugang zu Verbraucherkrediten zu erleichtern", fügte er hinzu. Auf einem Folgetreffen solle besprochen werden, wie die Finanzierungstöchter der Autofirmen in das Kreditgarantieprogramm der Bank von England einbezogen werden könnten.

Mandelson hatte am Vorabend ein Hilfsprogramm der Regierung mit einem Volumen von rund 2,5 Mrd. Pfund vorgestellt. Mehr als die Hälfte davon stammt aus im November bereitgestellten Mitteln der Europäischen Investitionsbank (EIB). Die Regierung legt eine weitere Milliarde Pfund hinzu, doch die Kredite und Kreditgarantien sollen den Herstellern helfen, umweltfreundlichere Autos zu konstruieren. Das Geld werde überwiegend den großen Herstellern Vauxhall und Jaguar/Land Rover zugute kommen und nicht den kleinen Zulieferern, rügte Tony Woodley, Generalsekretär des Gewerkschaftsbunds Unite. Das sei eine massive Enttäuschung.

Der Zulieferer GKN verdoppelte gestern den Ende 2008 angekündigten Stellenabbau auf 2 800 Arbeitsplätze. Er sagte voraus, dass die Nachfrage nach Autos in Großbritannien im ersten Quartal 40 Prozent schrumpfen werde.

Von der Branche hängen laut SMMT rund 850 000 Arbeitsplätze ab. Premierminister Gordon Brown sagte gestern im Parlament, die Autoindustrie habe eine starke Zukunft und betonte: "Wir werden alles tun, was wir können, um ihr zu helfen."

Auch in Italien haben sich gestern am späten Nachmittag Vertreter der Auto- und Zulieferindustrie und der Regierung getroffen, um die Lage und mögliche Hilfen zu erörtern. Regierungschef Silvio Berlusconi hatte gesagt, die Regierung erwäge Maßnahmen, die der Linie der EU entsprächen. In Italien werden sowohl Hilfen für die Autofinanzierung als auch Verschrottungsprämien diskutiert. Dabei soll sich die Förderung nach der Umweltverträglichkeit der Autos richten.

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