Hintergrund
Arzneimittelfälschungen: Die spektakulärsten Fälle

Der Markt für gefälschte Arzneimittel boomt. In den vergangenen Jahren gab es einige Aufsehen erregende Fälle.

Niger 1995: Nach dem Ausbruch einer Meningitisepidemie wird 50 000 Menschen ein gefälschter Wirkstoff gespritzt. 2 500 Menschen sterben.

Kenia 1998: Vorgebliche Anti-Malaria-Präparate stellen sich als wirkungslos heraus. Schätzungen zur Folge sterben Hunderte von Patienten.

China 2001: Nach Angaben der „Shenzhen Evening News“ starben in China über 100 000 Menschen an den Folgen gefälschter Medikamente.

Deutschland 2002: Patienten entdeckten gefälschtes Sandimmun Neoral/Optoral, dass verordnet wird, damit transplantierte Organe vom Körper nicht abgestoßen werden. Die Fälschungen waren vom Original kaum zu unterscheiden. Die Tabletten waren in Blistern eingeschweißt, von denen die Originalschrift mit Lösungsmittel abgewaschen und dann neu bedruckt worden war.

USA 2003: Fast 20 Millionen Dosen falsches Lipitor werden aus den Apotheken zurückgerufen.

USA 2004: Die FDA warnt vor gefälschten Verhütungspflastern Ortho-Evra. Vertrieben werden die wirkungslosen Pflaster über die indische Versandhandelsapotheke www.rxpharmacy.ws. Das Original produziert Janssen-Cilag.

Großbritannien 2004: Potenzmittel, die Tausende Briten über einen in London ansässigen Internet-Versandhändler bestellten, können tödlich sein. Das berichtet die Zeitschrift „Tomorrow“ unter Berufung auf das britische Gesundheitsministerium. Die Pillen, die als Viagra angeboten werden, waren gefälscht.

Schweiz 2004: Im Warenlager eines Schweizer Grossisten tauchen HIV-Mittel auf, die im Rahmen der „Accelerated Access Initiative“ der WHO zu besonders günstigen Konditionen an afrikanische Länder geliefert und von dort nach Europa zurück geschmuggelt wurden.

Spanien 2005: In einem Netzwerk von mindestens 400 Internetseiten vertreibt der Amerikaner Richard J. Adler von Mallorca aus seit etwa fünf Jahren gefälschte Präparate aus China – darunter Medikamente zur Behandlung von Übergewicht, erektiler Dysfunktion und genetisch bedingtem Haarausfall. In den USA wird Adler mit Haftbefehl gesucht. Auch die Staatsanwaltschaft Augsburg hat Strafbefehl erlassen.

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