Hintergrund
Chronologie der VW-Affäre

Im Sommer 2005 brach die VW-Affäre um Schmiergelder und Lustreisen auf Unternehmenskosten aus. Hier die wichtigsten Stationen:

25. Juni 2005: Erste Berichte über eine Schmiergeld-Affäre bei Volkswagen. Hauptpersonen sollen der Ex-Personalchef der tschechischen VW-Tochter Skoda, Helmuth Schuster, und sein Mitarbeiter, Klaus-Joachim Gebauer, sein. Gebauer war in der Personalabteilung für die Beziehungen zum Betriebsrat zuständig.

28. Juni 2005: Volkswagen erstattet Anzeige gegen Schuster. Er soll Schmiergeld von Zulieferfirmen gefordert haben. Zudem soll er über Strohmänner und ein Geflecht von Tarnfirmen in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. Auch gegen Gebauer ermittelt die Justiz.

30. Juni 2005: Der langjährige Betriebsratschef Klaus Volkert tritt zurück. Als Grund gibt der 62-jährige sein Alter an, später räumt er eine Verbindung zu Schusters Geschäften ein. Berichte, der mächtige Personalvorstand Peter Hartz stehe kurz vor dem Rücktritt, werden dementiert.

1. Juli 2005: VW kündigt an, die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG werde die Affäre untersuchen.

5. Juli 2005: Medien berichten, der VW-Vorstand habe dem Betriebsrat Luxusreisen ins Ausland zugeschanzt. Dafür hätten Betriebsräte Vorstandsbeschlüsse mitgetragen. Hartz weist die Vorwürfe zurück.

8. Juli 2005: Hartz bietet seinen Rücktritt an. Er übernehme damit die Verantwortung für Verfehlungen in seinem Zuständigkeitsbereich, heißt es.

28. Juli 2005: VW stellt Strafantrag wegen des Verdachts der Begünstigung von Betriebsräten.

31. Juli 2005: Gebauer erklärt, er habe für Betriebsräte auf VW- Kosten Übernachtungen in Nobelhotels und Besuche in Nachtclubs organisiert. Er habe im Auftrag des Vorstands gehandelt, sagt er.

5. August 2005: Der Aufsichtsrat nimmt das Rücktrittsangebot von Hartz an.

19. August 2005: Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun auch gegen Volkert. Überprüft wird, ob VW-Gelder für Reisen Volkerts mit dem Geschäftszweck vereinbar waren. 28. September 2005: Hartz wird als Zeuge vernommen.

6. Oktober 2005: Die Staatsanwaltschaft vernimmt Gebauer.

7. Oktober 2005: Hartz wird nun doch der Untreue verdächtigt. Die Arbeitsräume von Hartz bei VW werden durchsucht, Beweismaterial sichergestellt.

29. März 2006: Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch sagt bei der Staatsanwaltschaft aus. Er war nach Angaben seines Anwalts selbst auf die Justiz zugegangen und betonte sein Interesse an einer lückenlosen Aufklärung. Vor allem Vorwürfe bezüglich falscher Abrechnungen fallen in seine Zeit als VW-Chef. Piëch sagt, er habe davon nichts gewusst.

19. April 2006: Pischetsrieder wird vernommen. Es geht vor allem um den Verantwortungsbereich von Hartz und die Kostenstelle „1860“, über die mit Eigenbelegen so genannte Vertrauensspesen abgerechnet worden sein sollen.

9. Oktober 2006: Hartz räumt in einer Vernehmung „strafrechtliche Verantwortlichkeit für Begünstigungen des ehemaligen Betriebsratsvorsitzenden“ Volkert ein.

15. November 2006: Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Hartz. Ihm wird Untreue in 44 Fällen zur Last gelegt. Hartz soll unter anderem von 1994 bis 2005 fast zwei Mill. Euro als Bonuszahlungen an Volkert genehmigt haben, ohne dass dies bei VW offengelegt worden sei. Auch Volkerts Geliebter habe er hohe Summen zugeschanzt.

21. November 2006: Volkert wird verhaftet. Die Staatsanwaltschaft sieht Verdunkelungsgefahr.

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