Hintergrund
Investieren wie Warren Buffett: Indus AG

Die Indus AG, 1989 von Winfried Kill gegründet, ist eine klassische Mittelstandsholding. Die Firmen im Indus-Reich sind der breiten Öffentlichkeit meist nicht bekannt, haben in ihrer Branche aber stets eine führende Rolle.

Das Prinzip

Die Indus AG, 1989 von Winfried Kill gegründet, ist eine klassische Mittelstandsholding. Eine schlank aufgestellte Verwaltungsgesellschaft mit Sitz in Bergisch Gladbach steuert mehr als 40 Unternehmen, an denen die Indus AG in der Regel 100 Prozent hält. Sie ist ausnahmslos an mittelständischen Produktionsunternehmen beteiligt. Wenn Indus eine Firma erwirbt, hält sie meist am bestehenden Management fest. Ziel ist es, den oft inhabergeführten Mittelständlern über die aktive Zeit des Gründers hinaus Kontinuität zu bieten. Außerdem unterstützt die Holding ihre Beteiligungen bei Finanzierungen, hilft bei rechtlichen und steuerlichen Fragen. Bei der Indus AG und ihren Beteiligungen sind mehr als 5 000 Menschen beschäftigt.

Die Beteiligungen

Die Firmen im Indus-Reich sind der breiten Öffentlichkeit meist nicht bekannt, haben in ihrer Branche aber stets eine führende Rolle. Im Laufe der Jahre hat das Unternehmen von Winfried Kill unter anderem in den Neusser Kunststoff- und Metallwarenspezialisten Betomax, den Klimaanlagenhersteller Aurora im badischen Mudau und den Kompressionsstrümpfefabrikanten OFA in Bamberg investiert. Den Schwerpunkt der Indus-Beteiligungen bilden die Automobil- und Bauindustrie, Maschinenbau und Konsumgüter. Im vergangenen Jahr setzte der Konzern 928,4 Millionen Euro um und erwirtschaftete einen Überschuss von 27,9 Millionen Euro.

Späte Zweifel

In einem Gespräch mit der "Zeit" im vergangenen Jahr äußerte sich Winfried Kill kritisch zu seiner Entscheidung, sein Unternehmen 1991 an die Börse gebracht zu haben. "Ich käme nie mehr auf die Idee, an die Börse zu gehen", sagte er. "Diese Vorschriften und überbordenden Gesetzesanforderungen. Das kann kaum noch ein Unternehmen bewältigen."

Überfälliges Geständnis

Welche Schwierigkeiten Kill damit hatte, Börsenvorschriften einzuhalten, zeigte sich am 16. April 2009. In Mitteilungen an die Finanzaufsicht BaFin klärte die Indus AG darüber auf, dass die Eigentümerverhältnisse bei dem Unternehmen seit Jahren falsch dargestellt wurden. Indus war davon ausgegangen, dass Kill und seine Familie mehr als 20 Prozent der Aktien besitzen. Tatsächlich aber war Kills Anteil schon 2004 auf 13,90 Prozent gesunken. Aktuell liegt er bei 1,77 Prozent. Welche Folgen es hat, dass Indus die geänderten Eigentümerverhältnisse mit Verspätung bekanntgab, dazu wollte sich die BaFin nicht äußern. Winfried Kill war bis 2002 Indus-Vorstandschef. Seitdem steht Helmut Ruwisch an der Spitze. Kill war von 2002 bis 2008 Indus-Aufsichtsratschef.

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