Hintergrund
Leica-Nachfolger kämpfen mit Schwierigkeiten

Leica ist eine Marke mit drei unterschiedlichen Wurzeln. Diese haben sich nach einem zehnjährigen gemeinsamen Auftritt wieder getrennt.

Bekannt, weil im Geschäft zu kaufen, sind die Fotoapparate der Firma Leica. Das Unternehmen wurde 1849 als optisches Institut in Wetzlar gegründet und später vom Feinmechaniker Ernst Leitz übernommen. Er fertigte 1924 die erste von Otto Barnack entwickelte Kleinbildkamera – und machte sie zum Welterfolg. Die Firma expandierte und arbeitete seit 1972 mit den Optikern der Wild AG im schweizerischen Heerbrugg zusammen. 1989 kam die Cambridge Investments Company dazu und der Name Leica stand fortan für Mikroskope, Vermessungstechnik und Kameras. 1996 übernahm Leica den Kleinbild-Kamera-Bereich von Minox, ging an die Börse und konnte seine Stellung noch einmal ausbauen. Zwei Jahre später trennten sich die drei Bereiche. Leica Camera verbuchte zuletzt bei einem Umsatz von 93,7 Mill. Euro, 15,5 Mill. Euro Verlust und hat auch für dieses Geschäftsjahr rote Zahlen angekündigt.

Leica Microsystems ist nach der Auflösung der Leica Gruppe 1998 von der britischen Investment-Gruppe Permira gekauft worden. Das Unternehmen hat genauso wie der Kamera-Bereich seinen Sitz in Wetzlar und zählt zu den weltweit führenden Herstellern von optischen Präzisionsinstrumenten. Es besitzt als Kerngesellschaft der ehemaligen Leica-Gruppe die Rechte für den Markennamen. Der erste Besitzer Ernst Leitz hatte im 19. Jahrhundert vor der Lancierung der ersten Kleinbild-Kamera ebenfalls vor allem Mikroskope für medizinische Zwecke gebaut. Die 3 700 Mitarbeiter von Leica Microsystems erzielten im vergangenen Jahr einen Umsatz von 533 Mill. Euro. Das Unternehmen gehört künftig zum zehnmal größeren US-Konzern Danaher, der sich bereits für das kommende Jahr von dem Kauf einen geringfügig höheren Gewinn pro Aktie verspricht. Analysten sind bislang davon ausgegangen, dass der US-Konzern im Jahr 2005 einen Gewinn von 2,74 Dollar pro Aktie und 2006 einen von 3,05 Dollar pro Aktie erzielen wird.

Leica Geosystems ist aus der 1921 im Schweizerischen Heerbrugg gegründeten Wild AG hervorgegangen. Das Unternehmen bietet Vermessungssysteme an, die auch für die Zielsuche von Waffensystemen von Bedeutung sind. Schon frühzeitig war die Schweizer Industriellen-Familie Schmidheiny eingestiegen. 1972 beteiligten sich die Schweizer zudem mit 25 Prozent an der Leitz-Gruppe in Wetzlar. Sie beschäftigten damals bereits mehr als 4200 Mitarbeiter. 1986 wurde der Wild-Leitz-Konzern formal gegründet. Nach der Fusion mit der Cambridge Investment Company verlegte das Unternehmen 1990 seinen Sitz nach Sankt Gallen und benannte sich um in Leica.

Aus dem Zerfall der Gruppe ging Leica Geosystems als selbständige, an der Börse in Zürich notierte Firma hervor. Die schwedische Hexagon hat ein Übernahmeangebot für Leica Geosystems abgegeben, die vom Management aber abgelehnt wird. Jetzt müssen die Aktionäre entscheiden.

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