Hintergrund
Macht der UAW schrumpft seit Jahrzehnten

Es ist noch nicht so lange her, da war die Gewerkschaft United Auto Workers eine der reichsten und mächtigsten Gewerkschaften der USA. Löhne und Sozialleistungen, die die UAW in Jahrzehnten erstritt, galten als vorbildlich und ebneten ihren Mitgliedern den Weg in die Mittelschicht. Aber letztlich war die Gewerkschaft immer nur so stark wie die Firmen, deren Arbeiter sie vertritt. Mit der Wettbewerbsposition der US-Autobauer auf ihrem Heimatmarkt schrumpfte auch die Macht der UAW.

je PORTLAND. Noch in den 70er-Jahren beherrschten die US-Autofirmen fast vier Fünftel ihres Heimatmarktes, die Gewerkschaft zählte gut 1,5 Mill. Mitglieder. Heute erreichen General Motors, Ford und Chrysler auf dem weltgrößten Automarkt, auf dem pro Jahr etwa 16 Mill. Fahrzeuge abgesetzt werden, nur noch mit Mühe 50 Prozent. Die Mitgliederzahl der UAW schrumpfte gleichzeitig um fast zwei Drittel.

Die Gewerkschaftsführer machen die Manager in Detroit für den Niedergang verantwortlich, sie werfen ihnen massive Versäumnisse vor. So hätten die „big three“ auf ewig billiges Benzin gesetzt und viel zu wenig in die Modernisierung ihrer Modelle und Fabriken investiert. Die Globalisierung legt zudem die Nachteile des Standorts gnadenlos offen. Während die US-Konzerne Pensionsverpflichtungen und Krankenversorgungskosten in Milliardenhöhe schultern müssen, montieren ausländische Konkurrenten in modernen US-Werken unter Ausschluss der UAW mittlerweile rund fünf Millionen Autos, fast ein Drittel der gesamten Jahresproduktion.

In der laufenden Tarifrunde könnten die Positionen beider Seiten kaum schwächer sein. Hinter der gemeinsamen Sorge um die eigene Existenz steht jedoch eine lange Geschichte gegenseitigen Misstrauens. Nicht zum ersten Mal werden Manager mit Millionengehältern und gesicherter Versorgung Opfer von denen verlangen, die pro Jahr weniger verdienen als sie in einer Woche; und nicht zum ersten Mal werden die Gewerkschafter am Ende klein beigeben müssen.

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