Hintergrund
Merck KGaA: Das älteste Chemieunternehmen der Welt

dpa-afx DARMSTADT. Der Darmstädter Familienkonzern Merck ist das älteste pharmazeutisch-chemische Unternehmen der Welt. Die Geschäfte des Pharma- und Spezialchemiekonzerns geht auf das Jahr 1 668 zurück, als Friedrich Jacob Merck die spätere Engel-Apotheke erwarb, die zur Keimzelle des Unternehmens wurde. 1 827 leitete Heinrich Emanuel Merck den Übergang zur industriellen Produktion von Alkaloiden ein, einem hochwirksamen Pflanzeninhaltsstoff. Der Apotheker stellte Arzneimittelgrundstoffe her und belieferte Apothekerkollegen, Ärzte und Chemiker.

Um 1900 war das Familienunternehmen bereits weltweit vertreten und unterhielt größere Niederlassungen in London, New York und Moskau. Nach dem ersten Weltkrieg wurden alle Auslandsvertretungen enteignet. Die nordamerikanische Niederlassung Merck & Co. stellte sich 1917 auf eigene Beine. Das amerikanische Unternehmen, das in der Vergangenheit immer wieder mit Merck Kgaa verwechselt wurde, ist seither ein völlig unabhängiges Unternehmen.

In den letzten Jahren hat sich die im MDax notierte Merck zu einem internationalen Pharma- und Spezialchemieunternehmen entwickelt, dessen strategische Grundausrichtung immer noch von Angehörigen der Familie vorgegeben wird. Als Hauptgesellschaft wurde mit dem Börsengang 1995 die Merck Kgaa installiert, die das operative Geschäft der Merck-Gruppe führt. An ihr hält die Familie über die E. Merck OHG rund 73 Prozent des Kapitals. Als Aktien frei handelbar sind nur etwa 27 Prozent des Kapitals der Merck Kgaa. Zwei Drittel der Anleger sind institutionelle Investoren.

Mit einem Jahresumsatz von zuletzt 5,9 Mrd. Euro und rund 29 000 Beschäftigten gehört Merck auf dem Weltmarkt eher zu den Kleinen der Branche. Dies wollten die Darmstädter unter Führung von Vorstandschef Michael Römer mit der angekündigten Übernahme des Schweizer Biotech-Konzerns Serono ändern. Mit der Übernahme von Serono dürfte Merck nach Ansicht von Beobachtern der Aufstieg in den Dax sicher sein.

Merck gilt als abhängig von wenigen Umsatzbringern. In der Chemie-Sparte ist das Geschäft mit Flüssigkristallen hervorzuheben, in dem der Konzern Weltmarktführer ist. Zu dieser Technik für die modernen flachen Computer- und Fernseh-Bildschirme verfügt Merck über mehr als 2 500 Patente. Im Bereich Pharma ruhen die Hoffnungen vor allem auf dem Krebsmedikament Erbitux.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%