Hiobsbotschaft aus Detroit
GM droht Opel mit weiteren Sparrunden

Opel muss sich auf harte Zeiten einstellen. Mutterkonzern General Motors erwartet keine positiven Signale auf dem europäischen Automarkt - und will am strikten Sparkurs festhalten.
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DetroitDer US-Autobauer General Motors will an seinem Sparkurs in Europa festhalten. Das Marktumfeld auf dem Kontinent verschlechtere sich weiter, sagte Konzernchef Dan Akerson am Mittwoch in Detroit. So drohe auch Deutschland in eine Rezession zu schlittern. Mit den Fortschritten beim Umbau in Europa sei der Konzern zwar zufrieden, nicht jedoch mit den Ergebnissen. Deshalb müsse sich mit der Kostenstruktur befasst werden.

Die deutsche GM-Tochter Opel verliert seit Jahren Marktanteile und hatte voriges Jahr das Aus für das Bochumer Autowerk verkündet. Etwa im Jahr 2015 wolle GM die Kehrtwende in Europa schaffen. „Wir geben unser Bestes, um aus den roten Zahlen zu kommen. Dies soll über eine Anpassung der Kostenstruktur an die zu erwartenden Umsätze erreicht werden", fügte Akerson hinzu.

Die Zeitung „Le Monde" hatte am Montag berichtet, dass die französische Regierung den heimischen Peugeot -Konzern dazu drängen soll, den Konkurrenten Opel zu übernehmen. Die zwei angeschlagenen Hersteller sollten durch einen Zusammenschluss gestärkt werden und eine Allianz gegen Europas größten Autohersteller Volkswagen schmieden.

Akerson teilte zudem mit, dass GM in diesem Jahr eine erstklassige Bonitätsbewertung von den Ratingagenturen erwarte. Er hoffe, dass GM mit neuen Modellen Marktanteile in den USA hinzugewinnen könne. Der Ausstieg der Regierung aus GM sei entscheidend, um Investoren von der Leistung des Konzerns zu überzeugen.

Der vor drei Jahren vom Staat gerettete Autobauer kauft sich Stück für Stück von der US-Regierung frei. Im Dezember erwarb die Opel-Mutter Aktien im Volumen von 5,5 Milliarden Dollar von der Regierung. Damit sank der Anteil des Staates auf 19 Prozent von zuvor 26 Prozent.

Spätestens in 15 Monaten will die US-Regierung gar keinen Fuß mehr in der Tür des wiedererstarkten Detroiter Konzerns haben und auch die restlichen etwa 300 Millionen Aktien abgestoßen haben. Damit dürfte dann General Motors auch seinen ungeliebten Beinamen „Government Motors" wieder verlieren.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ob nach Ihrer Logik knapp 22 Prozent VW-Marktanteil angebracht sind, wage ich zu bezweifeln, denn die Herren in Wolfsburg würden genauso an GMs Stelle handeln (müssen). Zu verschenken haben die auch nichts, und Gutmenschen findet man in der Autoindustrie hüben wie drüben eher nicht. Nur aus einem solchen Gedanken heraus einen Opelkauf generell auszuschliessen, bestraft einzig die Arbeitnehmer bei Opel, und so eine Behandlung haben die nicht verdient. Man gibt sich bei Opel alle Mühe das Beste aus der Situation zu machen, und die Produkte können sich wieder sehen lassen. Warum also sollte ich die Opelaner bestrafen, wenn mir das Produkt an sich gefällt? Nur um den "bösen GM-Bossen" eins auszuwischen?

  • Opel kann aus GM nicht herausgelöst werden, das hat schon mit Mangna und Saab mit anderen nicht geklappt, aus diversen Gründen, ein Grund sind die Patente. Wenn GM Opel 1929 nicht gekauft hätte gäbe es Opel schon lange nicht mehr. Der Adam z.B. wird in Rüsselsheim entwickelt das liegt in Hessen Deutschland und wird in Eisenach gebaut, das ist auch in Deutschland, und diese Leute die hier in Deutschland daran Arbeiten und hier ihre Steuern zahlen, würden sich schon darüber freuen wenn Ihr Produkt hier gekauft würde. Und damit
    ist Opel der einzige Hersteller der sein Kleinwagen in Deutschland entwickelt und herstellt, obwohl GM die Entwicklungskosten dafür zuverfügung stellt( auch für die anderen Modelle).

  • Die Konzernleitung sieht ganz richtig, daß Europa überaltert und die statt eigenen Nachwuchses auf den Kontinent geholten ausländischen Unterschichten weder dazu geeignet sind hochwertige Autos zu bauen, noch sich Neuwagen leisten zu können. In den USA sieht die Bevölkerungsstruktur anders aus und auch die Energiepreise sind dort niedriger, da dort auf den teuren Spleen der Erderwärmungsreligion verzichtet wird.
    Die Absichten Frankreichs sind auch leicht zu durchschauen: Die dort durch den Staat - mit dr Auflage keine Leute zu entlassen - gesponsorte Autoindustrie will den Konkurrenten aufkaufen, um ihn dann zu schließen! Die dort notwendigen 8000 Entlassungen finden dann statt in Frankreich in Deutschland statt.
    Dazu muß man den Chef von GM nicht als gierig hinstellen, sondern vor allem die eigenen Politiker mit ihren Entscheidungen der letzten 40 Jahre, als unfähig bis volksfeindlich, die darauf hinarbeiten das eigene Land zu einem weitestgehend deindustrialisierten (muslimischen?)Entwicklungsland zu machen. Das Management von GM denkt eben nicht bis zur nächsten Wahl wie unsere Politiker, sondern etwas langfristiger, da es seinen Konzern auch noch in 50 Jahren existieren haben möchte, und das in den USA, wo man zu hause ist! Für Europa darf man da keine übersteigerte Solidarität erwarten. Es hat die Zeichen der Zeit erkannt und handelt nur entsprechend!

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