Hiobsbotschaften lassen Kurs abstürzen
Yukos steht am Abgrund

Die russische Regierung hat ihre Steuernachforderung an den Ölkonzern Yukos auf umgerechnet 5,6 Milliarden Dollar verdoppelt. Nach dieser neuen Hiobsbotschaft ist die Aktie des Unternehmens an der Moskauer Börse regelrecht abgestürzt. Der Bankrott des größten russischen Ölkonzerns scheint unaufhaltsam näher zu rücken.

HB MOSKAU. Am Freitag verlor die Yukos- Aktie nach Bekanntwerden weiterer Milliardensteuerforderungen und dem Einfrieren der Konten an der Moskauer Börse fast 17 %. Experten schlossen bei einem Produktionstopp von Yukos akute Auswirkungen auf den internationalen Ölmarkt aus. Ankündigungen des Unternehmens, die Förderung aus Geldmangel einstellen zu müssen, schätzten Analysten in Moskau als Finte ein.

Viele Anleger verloren am Freitag die letzte Hoffnung auf einen Kompromiss im Steuerstreit zugunsten des nach Fördermenge größten russischen Produzenten. Die Yukos-Papiere fielen im RTS-Interfax-Index bis kurz vor Börsenschluss um 16,88 % auf das Jahrestief von 6,65 Dollar. Der Markt schenkte auch den Beteuerungen des neu gewählten Aufsichtsratsvorsitzenden Viktor Geraschtschenko wenig Glauben, wonach ein Kompromiss noch möglich sei. „Mit dem Konzern wird alles normal laufen“, sagte der frühere Zentralbankchef am Freitag nach einem Treffen mit Finanzminister Alexej Kudrin. Die Ratingagentur Standard & Poor's senkte die langfristige Kreditwürdigkeit des Konzerns von „CCC“ auf „CC“ ab.

„Die jüngste Entwicklung läuft auf einen unmittelbar bevorstehenden und erzwungenen Bankrott heraus, der von einem gleichgültigen Staat ausgelöst wird“, schrieben Experten der Alfa-Bank. Nach neuen Forderungen der Behörden beläuft sich die Steuerschuld von Yukos auf mittlerweile 197 Mrd. Rubel (5,6 Mrd. Euro).

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