Hirntumor-Medikament
Merck kommt mit Hoffnungsträger voran

Der Dax-Konzern musste zuletzt einige Rückschläge bei der Entwicklung neuer Medikamente einstecken, doch jetzt kann er einen Erfolg vermelden.
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FrankfurtDer Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck macht Fortschritte bei der Entwicklung eines neuen Medikaments gegen Hirntumore. Inzwischen habe das Unternehmen alle Patienten für eine zulassungsrelevante Studie mit dem Präparat Cilengitide zusammen, teilte Merck am Donnerstag in Darmstadt mit. An dem klinischen Test nehmen Merck zufolge mehr als 500 Patienten teil.

Untersucht wird die Wirksamkeit und Sicherheit der Arznei in der Behandlung des Glioblastom-Tumors, eines besonders aggressiven Typs von Hirntumoren. Als Hauptziel des Tests will Merck prüfen, ob eine Behandlung mit dem Präparat das Leben der Patienten verlängern kann. Cilengitide gehört zu den Hoffnungsträgern des Darmstädter Unternehmens, das zuletzt in der Medikamentenforschung einige Rückschläge erlitten hatte.

Umsatzerwartungen für das Präparat nannte Merck nicht. Die Analysten des Brokerhauses Equinet trauen dem Präparat in der Anwendung bei soliden Tumoren Spitzenumsätze von rund 500 Millionen Euro zu.

Nach Angaben der nationalen Gesundheitsinstitute der USA sollen die Zwischendaten, die zur Prüfung des vorrangigen Studienziels benötigt werden, voraussichtlich im September 2012 vorliegen. Im Juni 2016 soll der Test, eine Studie der Phase III, dann komplett abgeschlossen sein. Jedes neue Medikament muss vor einem Zulassungsantrag erst drei Phasen der klinischen Prüfung am Menschen bestehen.

Pro 100.000 Personen erkranken Merck zufolge in Europa jedes Jahr lediglich zwei bis drei an Hirnkrebs des Typs Glioblastom. In den USA sind es drei pro 100.000 Personen. Nur 27,2 Prozent der Patienten leben bei einer Standardtherapie länger als zwei Jahre.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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