Hitachi-Chef: „Wir müssen unsere Struktur verändern“

Hitachi-Chef
„Wir müssen unsere Struktur verändern“

Japans High-Tech-Konzern Hitachi plant den massiven Ausbau des Auslandsgeschäfts in Reaktion auf die Belastungen durch den starken Yen. Firmenchef Hiroaki Nakanishi sprach mit Handelsblatt-Korrespondent Jan Keuchel über Währungsstärke, Europa-Krise und Korea-Konkurrenz.
  • 0

Handelsblatt: Herr Nakanishi, das Geschäft von Hitachi basiert zu einem großen Teil auf dem Export. Was bedeutet für Hitachi die anhaltende Stärke des Yen?

Hiroaki Nakanishi: Hitachi erzielt 24 Prozent seiner Gewinne außerhalb Japans. Deshalb ist unsere Abhängigkeit vom Export begrenzt. Starke Wechselkursschwankungen sind aber immer eine Belastung.

HB: Wie wollen Sie diese abfangen?

Nakanishi: Wir wollen bis zum Finanzjahr 2012 den Anteil unserer im Ausland erwirtschafteten Erträge auf 50 Prozent steigern, aber zugleich auch lokale Produktion und Beschaffung. Als globale Firma können wir so die makroökonomischen Veränderungen bewältigen.

HB: Für eine globale Firma ist Hitachi aber recht unbekannt.

Nakanishi: Viele Firmen der Hitachi Gruppe haben einen hohen Bekanntheitsgrad im Ausland. Als Beispiel möchte ich Hitachi Power Europe, Hitachi Medical Systems oder Hitachi Data Systems nennen. In Großbritannien kennt man uns als die Firma, welche die ersten heimischen Hochgeschwindigkeitszüge hergestellt hat.

HB: In Großbritannien läuft es momentan allerdings nicht so gut. Die Regierung hat den Ankauf weiterer Züge gestoppt.

Nakanishi: Seit Februar 2009 sind wir präferierter Bieter, um im Rahmen des Intercity Express Programms (IEP) die 40 Jahre alten Intercity-Züge zu ersetzen. Nach der Ankündigung von Kosteneinsparungen im britischen Staatshaushalt wurden jedoch alle großen Investitionsprojekte gestoppt. Im Oktober wird im Rahmen eines "spending reviews" über die Zukunft dieser Projekte entschieden, zu denen auch das IEP gehört.

HB: Das heißt, Hitachi könnte doch nicht zum Zuge kommen?

Nakanishi: Wir sind zuversichtlich, dass unser Angebot die beste und kosteneffizienteste Lösung für den britischen Steuerzahler darstellt. Unsere Planungen sind weit fortgeschritten und sobald ein Vertrag mit der Regierung geschlossen ist, werden wir den Startschuss für den Bau einer Fahrzeugfabrik in Großbritannien geben.

HB: Hitachi macht in IT, baut Züge, stellt Klimaanlagen her. Sollten Sie sich nicht auf weniger Geschäftsbereiche konzentrieren?

Nakanishi: Strukturelle Reformen unseres Portfolios haben für uns höchste Priorität. Wir überprüfen kontinuierlich, wie wir unsere Profitabilität verbessern und unsere Geschäftsbereiche stärken können ?

HB: Und?

Nakanishi: ? und werden zu gegebener Zeit entsprechende Informationen bekanntgeben.

Seite 1:

„Wir müssen unsere Struktur verändern“

Seite 2:

Kommentare zu " Hitachi-Chef: „Wir müssen unsere Struktur verändern“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%