Hochgeschwindigkeitszug
Bahn kauft 15 ICE von Siemens

Die Deutsche Bahn wird Ende 2011 die ersten von 15 neuen ICE einsetzen. Der erste Hochgeschwindigkeitszug vom Typ Velaro, eine neue Version des ICE 3, soll im Oktober 2011 ausgeliefert werden, sagte der Vorstandschef des Herstellers Siemens, Peter Löscher, am Mittwoch in Berlin.

HB BERLIN.. Der Münchener Industriekonzern baut für die Bahn zunächst 15 ICE-3-Züge für rund 500 Mio. Euro. Außerdem gebe es eine Option, in zwei bis drei Jahren weitere Züge zu beziehen, sagte Bahn-Chef Hartmut Mehdorn am Mittwoch. Siemens-Chef Peter Löscher sprach von einem „wichtigen Meilenstein“. „Diese Partnerschaft wollen wir intensivieren“, erklärte er. Löscher rechnet sich auch für eine ungleich größere Ausschreibung der Bahn im nächsten Jahr gute Chancen aus. Anfang 2009 will sie über den Auftrag für 300 Züge als Nachfolger von Intercity und Eurocity entscheiden.

Probleme mit den Achsen, die den Fernverkehr der Bahn seit Monaten massiv behindern, will Mehdorn bei den neuen Zügen von vornherein ausschließen. Der Bahn-Chef erklärte, das sei vertraglich geregelt. „Wir haben sichergestellt, dass das, was passiert ist, nicht mehr passieren kann.“ Bei einem in Köln entgleisten ICE waren Haarrisse an den Achsen festgestellt worden; seither müssen die Züge deutlich häufiger als gewohnt aus dem Verkehr gezogen und überprüft werden. Das führte zu Verspätungen, Zugausfällen und überfüllten ICEs.

Die neuen Züge sollen Ende 2011 und 2012 übergeben werden. Sie basieren auf dem Modell Velaro, das bereits in China und Spanien im Einsatz ist. Sie werden in Krefeld-Uerdingen gebaut und sichern nach Firmenangaben rund 2000 Arbeitsplätze.

Siemens stellt die Züge künftig alleine her und nicht mehr in Konsortien mit anderen Herstellern. Darauf habe die Bahn Wert gelegt, hieß es. Der Neigetechnik-ICE (ICE-T) etwa wird gemeinsam von Siemens, Alstom und Bombardier gefertigt. Bei dem jetzt vergebenen Auftrag setzte sich Siemens gegen den Rivalen Alstom durch, der den französischen TGV und den AGF produziert.

Die Bahn will die Züge vor allem auf grenzüberschreitenden Strecken einsetzen. Dort sieht Mehdorn dank der Liberalisierung des europäischen Schienenpersonenverkehrs von 2010 an große Wachstumschancen. „Wir haben uns entschlossen, auch in schwierigen Zeiten in die Zukunft zu investieren“, sagte er.

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