Hochtief
Hoch hinaus in Albanien

Das Empfangsgebäude des Flughafens Tirana ähnelte einer Baracke. Gebaut während der stalinistischen Diktatur hat das Provisorium jetzt ausgedient: Statt grauem Beton grüßt die Passagiere grün getöntes Glas; statt in stickiger Enge können sie in einer luftigen Halle einchecken. Hochtief hat den neuen Flughafen gebaut – und wird ihn auch betreiben.

TIRANA. Ab Mittwoch braucht sich Alba Beli nicht mehr zu schämen. „Bisher war mir das echt peinlich“, sagt die 32-jährige Bankangestellte, zu deren Aufgaben es gehört, ausländische Besucher am Flughafen von Tirana zu empfangen. Tatsächlich waren die meisten Geschäftsreisenden schockiert, wenn sie in der albanischen Hauptstadt aus dem Flieger stiegen: Das einer Baracke ähnliche Empfangsgebäude stammt noch aus der stalinistischen Diktatur, als sich das Land vom Rest der Welt hermetisch abschottete und es fast keinen zivilen Flugverkehr gab.

Jetzt hat das Provisorium ausgedient. Statt grauem Beton grüßt die Passagiere grün getöntes Glas; statt in stickiger Enge können die Fluggäste in einer weitläufigen, lichtdurchfluteten, voll klimatisierten Halle einchecken.

Am Mittwoch wird das neue Terminal des Tirana International Airport (TIA) seiner Bestimmung übergeben. Gebaut wurde es von einem Konsortium unter Führung von Hochtief Airport (HTA), die den Flughafen auch bis 2025 betreibt. 150 Mill. Euro haben HTA und die Partner Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft sowie der Albanian-American Enterprise Fund investiert. Für die Albaner, die bis zum Sturz der Diktatur 1991 wie in einem großen Gefängnis lebten, symbolisiert das futuristische Gebäude den lang ersehnten wirtschaftlichen Aufschwung – und die früher unbekannte Reisefreiheit.

Der Bau wurde in weniger als zwei Jahren abgewickelt – termingerecht, trotz mancher Widrigkeiten. So mussten gut 250 Betonbunker geschleift werden. 600 000 dieser mit Schießscharten versehenen Unterstände hatte der stalinistische Diktator Enver Hoxha im ganzen Land anlegen lassen, um sich gegen vermeintliche Angreifer zu verteidigen.

Bis in die jüngste Zeit hatte der Flughafen es aber mit ganz anderen Eindringlingen zu tun. Piloten erzählen Horrorgeschichten: Oft mussten sie durchstarten, weil Kühe, streunende Hunde oder spielende Kinder die Runway bevölkerten. „Als erstes haben wir deshalb einen ordentlichen Zaun gebaut“, sagt der albanische Bauleiter Eduard Ostrosi.

Seite 1:

Hoch hinaus in Albanien

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%