Hochtief-Mutter
ACS schreibt Milliardenverlust

Die spanische Konzernmutter von Hochtief ist tief in die roten Zahlen gerutscht. Grund sind Abschreibungen auf Anteile am Versorger Iberdrola. Zudem warnt der Konzern vor dem rigiden Sparkurs der Regierung in Madrid.
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MadridDer spanische Mutterkonzern des deutschen Bauriesen Hochtief, ACS, ist im zweiten Quartal 2012 tief in die Verlustzone gerutscht. Der vom Präsidenten des Fußballclubs Real Madrid, Florentino Perez, geleitete Konzern schrieb von April bis Juni einen Verlust von 1,4 Milliarden Euro, wie ACS am Freitag in Madrid mitteilte. Grund dafür sind hohe Abschreibungen auf die von dem Unternehmen gehaltenen Anteile an dem Versorger Iberdrola, um dessen Kontrolle Perez lange und vergeblich gekämpft hatte. ACS hatte sich jüngst sogar wieder von Iberdrola-Anteilen getrennt, um die hohen Schulden des Konzerns zu drücken. Zum Ende des Quartals summierten sich die Nettofinanzschulden auf rund 8,6 Milliarden Euro - nach 9,8 Milliarden Euro vor Jahresfrist. Perez' Hoffnungen konzentrieren sich nun auf seine deutsche Tochter.

Perez hatte sich nach einem langen Übernahmekampf im vergangenen Jahr die Mehrheit an Hochtief gesichert. Der spanische Baukonzern hatte aber vor einem Monate eingeräumt, dass er einen großen Teil seiner Hochtief-Aktien an die spanische Großbank BBVA verpfänden musste. BBVA habe Zugriff auf 30,22 Prozent der Hochtief-Anteile, die Aktien dienten der Bank als Sicherheit für die Refinanzierung eines Kredits, hatte ACS erklärt. Auch die ACS-Aktionäre müssen darben. Bis 2013 werde es keine Dividende geben, sagte Perez.

Der spanische Manager hatte Hochtief auch übernommen, um das Geschäft von ACS international auf eine breitere Basis zu stellen und seinen Konzern unabhängiger vom spanischen Heimatmarkt zu machen. Dort ist die Baukonjunktur eingebrochen. ACS warnte in seinem Halbjahresbericht vor Risiken durch den rigiden Sparkurs der Regierung in Madrid - dadurch könnten die öffentlichen Ausgaben und Aufträge weiter sinken.

Hochtief dagegen ist international breit aufgestellt und hat Tochterunternehmen in Nordamerika und Australien. ACS werde sich nun in den kommenden drei Jahren dem Kerngeschäft Infrastruktur widmen, kündigte Perez an - und setzte dabei "große Hoffnungen" auf Hochtief. Es gehöre auch zur Strategie von ACS, den Anteil an Hochtief aufzustocken, bekräftigte Perez. Hochtief-Aktien schickte er damit auf einen Höhenflug - die Papiere legten knapp drei Prozent zu.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Hochtief-Mutter: ACS schreibt Milliardenverlust"

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  • Ja so ist es. Herr Perez hatte ja auch die Unterstützung von Herrn Wiesehuegel. Wie gut das man solche Gewerkschaftsführer hat die dabei helfen, ein Unternehmen zu ruinieren.

  • Träumen Sie weiter.

    Wir sind auf dem Weg hin zur EUdSSR.

    Genossin Merkel wird es richten.


    Es bewahrheitet sich: die Kindheit prägt eines Menschen Leben für alle Zeit.

  • und jetzt wird die kriegskasse von Hochtief geplündert.
    Das war doch schon damals bei der Übernahme klar, das es nur um die Kohle ging.
    Echt eine Schande, dass unsere Politiker unsere Unternehmen gegen solche Heuschrecken nicht schützen.

    Besser noch, die Kosten der Übernahme( Kredite bei den Banken) werden dem Hochtief Konzern auch noch in die Bilanz geschoben, prima.

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