Hochtief-Mutterkonzer
ACS will seine Milliarden-Schulden reduzieren

Nach dem Kauf von Hochtief will der spanische Baukonzern ACS sich nun auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Dafür könnte sich das Unternehmen von Aktivitäten aus dem Bereich erneuerbare Energien trennen.
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Madrid/DüsseldorfDer spanische ACS -Konzern will nach dem Kauf des deutschen Bauriesen Hochtief seine Milliarden-Schulden reduzieren. ACS wolle sich von Bereichen trennen, die nicht mehr zum Kerngeschäft zählen, kündigte ACS-Chef Florentino Perez, der auch Präsident des Fußballclubs Real Madrid ist, am Donnerstag in Madrid an. Vor Analysten sagte er einem Sprecher zufolge, dafür kämen Aktivitäten im Bereich erneuerbare Energien mit einem Volumen von rund drei Milliarden Euro in Frage. Zudem wolle ACS 2012 den Gewinn steigern. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern den Umsatz vor allem durch die Übernahme der Mehrheit an Hochtief deutlich steigern können.

Der Umsatz von ACS verdoppelte sich so 2011 fast: Er stieg von 14,3 Milliarden Euro auf 28,47 Milliarden Euro. Zugleich machte sich ACS dank Hochtief deutlich unabhängiger vom spanischen Heimatmarkt, der unter den Folgen der Euro-Schuldenkrise leidet und dessen Baukonjunktur eingebrochen ist. Der außerhalb Spaniens eingefahrene Anteil des Umsatzes habe sich deutlich auf 72,5 Prozent erhöht, hob ACS hervor. ACS konnte zudem den operativen Gewinn (Ebit) auf um knapp 30 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro steigern. Nun will Perez einen Abbau der Schulden in Angriff nehmen, die auch durch die Investitionen für die Übernahme der Mehrheit an dem deutschen Konkurrenten per Jahresende 2011 bei 9,3 (Vorjahr: acht) Milliarden Euro lagen.

ACS hatte angekündigt, zusammen mit Hochtief einen weltweit führenden Infrastruktur-Konzern schmieden zu wollen. Zuletzt hatte die Essener Tochter bei Perez aber nicht für gute Laune gesorgt: Hochtief zahlt für 2011 wegen hoher Verluste keine Dividende. 2012 will Hochtief aber wieder Gewinne schreiben, hatte der Konzern am Mittwoch angekündigt. Eine gemeinsame Strategie ist zudem noch nicht zu erkennen. Hochtief-Chef Stieler sagte, eine Zusammenarbeit gebe es bislang nur in einzelnen Fällen. Es gebe indes „zunehmend Kontakte“ mit dem ACS-Management. Insgesamt gehe die Reise aber „in die richtige Richtung“.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Mit Befremden nehme ich Ihre Feststellung zur Kenntnis, dass ACS Hochtief "gekauft" hat oder eine "Mehrheit" an diesem Unternehmen hält. Dies entspricht nicht den offengelegten Beteiligungsverhältnissen, die für Sie leicht zugänglich sind. Sie geben pro forma Ergebniszahlen von ACS wider, die sich ergeben könnten, wenn ACS eine Mehrheit halten würde und Hochtief konsolidieren könnte.

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