Hochzeit der Autoriesen
GM legt 320 Millionen Euro für Peugeot-Anteil hin

General Motors und Peugeot gehören zu zu den Verlierern des Autojahrs 2011. Letzte Woche einigten sich die Autohersteller auf ihre Allianz. Die Synergien sollen sich nach fünf Jahren auf jährlich zwei Milliarden Dollar belaufen.
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DetroitGeneral Motors (GM) zahlt für seinen Sieben-Prozent-Anteil am französischen Autohersteller Peugeot 320 Millionen Euro. Dies teilte GM am Montag der US-Finanzaufsicht mit. Der Kauf ist Teil einer Allianz, die beiden Unternehmen Einsparungen in Höhe von mindesten zwei Milliarden Dollar bringen sollen. Bis 2016 wollten GM und Peugeot mindestens vier Fahrzeuge gemeinsam entwickeln, hieß es weiter. Die Vereinbarung gelte für zehn Jahre.

Vergangene Woche hatten die Unternehmen mitgeteilt, durch das Bündnis sollten unter anderem Kosten in den Bereichen Forschung und Entwicklung gesenkt werden. GM erhofft sich zwölf Jahre an Verlusten in Europa, insbesondere mit seiner Marke Opel, zu beenden. Peugeot will sich neben Europa andere Märkte erschließen.

„Die Partnerschaft birgt enorme Chancen“, hatte GM-Boss Dan Akerson beim Abschluss der Allianz letzte Woche gesagt. PSA-Boss Philippe Varin sprach von einem „herausragenden Moment“ für beide Konzerne.

Die Unternehmen wollen ihren Einkauf weltweit bündeln und gemeinsame Fahrzeugarchitekturen, Komponenten und Module nutzen. Die Synergien daraus sollen sich nach fünf Jahren auf jährlich zwei Milliarden Dollar belaufen. Vor allem bei Klein- und Mittelklassefahrzeugen sehen die Konzerne Potenzial. Die beiden Unternehmen erwägen darüber hinaus, eine neue gemeinsame Architektur für Automobile mit besonders niedrigen Emissionen zu entwickeln.

Das erste gemeinsam entwickelte Auto soll 2016 starten. Die Kooperation sieht auch integrierte Transport- und Logistikketten vor. Weitere Möglichkeiten würden ausgelotet. Es ist eine Notgemeinschaft zweier Unternehmen, die zu den Verlierern des Autojahrs 2011 zählen. Opel brockt der Konzernmutter in Detroit seit Jahren Verluste ein, die sich auf Milliardenbeträge summieren. Auch Peugeot steckt in der Krise. 2011 machte der Konzern im Autobereich einen Verlust von 430 Millionen Euro. Rentable Konzernteile wie das Logistikgeschäft sollen teilweise verkauft werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Thomas Hanke
Thomas Hanke
Handelsblatt / Korrespondent in Paris
Der Autor ist Managing-Editor des Handelsblatts in den USA. Quelle: Frank Beer für Handelsblatt
Thomas Jahn
Handelsblatt / Korrespondent New York

Kommentare zu " Hochzeit der Autoriesen: GM legt 320 Millionen Euro für Peugeot-Anteil hin"

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  • Das geht gar nicht. André Citroen wird sich im Grabe umdrehen.

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