Höchster Jahresgewinn der US-Geschichte
Exxon verdient 39 500 000 000

Mehr hat noch nie ein Unternehmen in der US-amerikanischen Wirtschaftsgeschichte verdient: Der Ölkonzern Exxon Mobil verbucht für das vergangene Jahr einen Überschuss von 39,5 Mrd. Dollar. Der Gewinn des britisch-niederländischen Rivalen Shell, den dieser nur Stunden zuvor verkündet hatte, nimmt sich geradezu klein dagegen aus.

HB NEW YORK. Wie Exxon am Donnerstag vor Eröffnung der US-Börsen mitteilte, konnte das Unternehmen seinen Rekordgewinn aus dem Jahr 2005 nochmals toppen. Der Umsatz des größten Mineralölkonzerns der Welt erreichte mit 377,64 Mrd. Dollar ebenfalls eine Bestmarke nach 370,68 Mrd. Dollar 2005.

Exxon Mobil profitierte vor allem vom kräftigen Anstieg der Rohölpreise auf zeitweise bis zu 78 Dollar je Barrel. Zum Ende des Jahres fielen die Preise allerdings wieder auf aktuell um die 56 Dollar. Nicht zuletzt deshalb hat Exxon im vierten Quartal einen Gewinnrückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hinnehmen müssen. Der Überschuss sank um knapp 500 Mill. auf 10,25 Mrd. Dollar. Ohne Sonderposten verdiente das weltgrößte börsennotierte Ölunternehmen im vierten Quartal mit 1,69 Dollar pro Aktie aber deutlich mehr als erwartet. Analysten hatten im Schnitt mit 1,51 Dollar gerechnet. Den Quartals-Umsatz bezifferte Exxon mit 90 Mrd. Dollar, was jedoch 10 Mrd. Dollar unter den Erwartungen lag.

Shell, der kleine Konkurrent

Konkurrent Shell hatte im Schlussquartal mehr Erfolg. Der Gewinn stieg nach Unternehmensangaben vom Donnerstag zwischen Oktober und Dezember um 14 Prozent auf 6 Mrd. Dollar. Der Umsatz im Schlussquartal blieb mit 75,5 Mrd. Euro konstant. Im Gesamtjahr hat Shell ebenfalls einen Rekordgewinn eingefahren. Mit seinen 25,4 Mrd. Dollar nach 22,7 Mrd. Dollar in 2005 kommt das Unternehmen aber an den US-Konkurrenten Exxon nicht annähernd heran.

Wegen politischer Probleme in wichtigen Fördergebieten wie Nigeria und dem Verlust der Führung im russischen Öl- und Gasfördergebiet Sachalin-2 erwartet Konzernchef Jeroen van der Veer im laufenden Jahr eine leicht geringere Produktion. Er sieht das britisch-niederländische Unternehmen aber für die Zukunft gut aufgestellt. Shell investiere in große Projekte, die sich langfristig auszahlen würden – in diesem Jahr 22 bis 23 Mrd. Dollar. „Der Wettbewerb um neue Ressourcen ist erheblich“, sagte der Konzernchef. Er bekräftigte, dass sein Unternehmen Aktivitäten im Iran vorbereite, doch seien hierzu noch keine Investitionsentscheidungen getroffen worden.

Vor der Shell-Zentrale in Den Haag protestierten Umweltschützer, die das Unternehmen auch in einer doppelseitigen Zeitungsanzeige forderten: „Nehmt den Gewinn, um Euren Dreck aufzuräumen.“ Sie beschuldigten Shell, rücksichtslos gegen die Natur vorzugehen. Van der Veer betonte, Respekt vor der Umwelt habe Vorrang, und wenn es in einzelnen Fällen Schäden gebe, so würden sie beseitigt.

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