Höhenflug
Adidas und Puma schon jetzt weltmeisterlich

Die deutsche Fußballnationalmannschaft hat auf dem Weg zur ihrer Weltmeisterschaftsform noch einiges zu tun. Die deutschen Schwergewichte im Sportartikelmarkt dagegen sind schon fit für das Fußball-Turnier im Sommer. Puma und Adidas geben sich weltmeisterlich.

HB HERZOGENAURACH. Puma wird in diesem Jahr zum fünften Mal in Folge Rekordzahlen schreiben, Analysten trauen der Aktie weitere Höhenflüge zu. Auch die Attraktivität von Adidas zeigte sich am Freitag eindrucksvoll: Eine Kapitalerhöhung, mit der sich der Konzern knapp 650 Millionen Euro für die Übernahme des US- Konkurrenten Reebok besorgte, war mehrfach überzeichnet und binnen kürzester Zeit platziert.

Vor allem Anleger aus den USA hätten sich für das Investment interessiert, hieß es. Dies wirft ein Schlaglicht auf die Tatsache, dass Deutschland für die beiden Herzogenauracher Konzerne - ungeachtet der Fußball-WM im eigenen Land - längst nicht mehr die Hauptrolle spielt. Puma wächst am stärksten in den USA, gefolgt von Asien. Dagegen sind die Auftragsbestände in Europa rückläufig. Speziell den deutschen Markt nennt Vorstandschef Jochen Zeitz sehr schwierig: „Es kommen keine positiven Impulse, wir sind nicht zufrieden mit den Ergebnissen“, sagte er am Freitag in Paris bei der Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal.

Dennoch erhöhte Puma die Jahresprognosen, nachdem Umsatz und Gewinn zwischen Juni und September stärker als erwartet gestiegen waren. Der Aktienkurs kletterte zwischenzeitlich auf über 226 Euro und nähert sich dem Allzeithoch von 238,86 Euro. Manche Analysten sehen für die im M-Dax notierte Aktie mit Blick auf die Fußball- Weltmeisterschaft sogar ein Potenzial von 260 Euro. „2006 ist ein sehr wichtiges Jahr für uns, und Fußball wird die Schlüsselrolle spielen“, sagte Zeitz. Der Umsatzanteil der Fußballsparte liege „deutlich über 10 Prozent“ und solle 2006 zweistellig zulegen. Mit entsprechenden Werbekampagnen will Puma sein Rolle als drittgrößter Ausrüster hinter Nike und Adidas unterstreichen. Die Marketingausgaben sollten „signifikant steigen“, kündigte Zeitz an.

Wachstumschancen sieht er daneben vor allem in den USA. Dort will Puma dem Konkurrenten Reebok, der zuletzt einen Umsatzrückgang verzeichnete, Marktanteile abnehmen - ein Ziel, das freilich nicht im Sinne des künftigen Reebok-Eigentümers Adidas ist. Adidas greift mit der Akquisition den Weltmarktführer Nike an, auch wenn Konzernchef Herbert Hainer dies herunterspielt: „Das ist überhaupt nicht unser Ziel“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“.

Hainer sieht nach einem starken dritten Quartal ebenfalls gute Chancen in den USA, dem größten Sportartikelmarkt der Welt: „Unsere Erlöse in Amerika werden in diesem und im nächsten Jahr zweistellig wachsen.“ Von Reebok erhoffen sich die Herzogenauracher auch besseren Zugang zu bestimmten Zielgruppen: „An die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in den Großstädten kam Adidas bislang nur bedingt ran.“ „Reebok hilft uns in Amerika“, sagte Hainer, „wir bringen Reebok in Europa und Asien voran.“ Wie für Puma gilt auch für Adidas: Das künftige Wachstum wird - Fußball-WM hin oder her - nicht in erster Linie aus dem gesättigten europäischen oder gar deutschen Markt kommen. Die Zukunft liegt in Fernost. „Die Märkte in Asien wachsen gigantisch.“ Adidas lege dort stärker zu als die Mitbewerber. „Ende 2005 werden wir die Nummer eins in Japan sein. Wir haben gute Chancen, uns auch in China und Südkorea an die Spitze zu setzen.“

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