Höhere Kaufanreize in den USA sollen die Margen des Konzerns nicht schmälern Chrysler sieht sich trotz Rabattschlacht auf Kurs

Der US-Hersteller Chrysler erwartet ungeachtet des wachsenden Preiskampfes auf dem US-Markt keinen zusätzlichen Druck auf seine Erträge. Unabhängige Bankexperten sehen das Ziel des drittgrößten US-Herstellers in Gefahr, im laufenden Jahr den operativen Gewinn erneut zu steigern.

hz HB FRANKFURT. Der US-Hersteller Chrysler erwartet ungeachtet des wachsenden Preiskampfes auf dem US-Markt keinen zusätzlichen Druck auf seine Erträge. Die Entscheidung der US-Sparte von Daimler-Chrysler, ab morgen mit den Rekordrabatten des Marktführers General Motors (GM) gleichzuziehen, werde unter dem Strich sogar zu einer Verringerung der Kaufanreize um 180 bis 200 Dollar pro Fahrzeug führen, heißt es in Konzernkreisen. Der Grund: Chrysler räume den Kunden zwar Rabatte in gleicher Höhe wie den Mitarbeitern ein, aber die übrigen Nachlässe würden verringert. Ein Konzernsprecher wollte dies nicht kommentieren.

Unabhängige Bankexperten sind allerdings skeptischer und sehen das Ziel des drittgrößten US-Herstellers in Gefahr, im laufenden Jahr den operativen Gewinn erneut zu steigern. Bisher konnte sich Chrysler-Chef Dieter Zetsche vom Negativtrend seiner US-Rivalen GM und Ford absetzen und dank attraktiver Modelle seine Rabatte deutlich niedriger gestalten als die Konkurrenz. Doch nun kann sich auch Chrysler dem Preiskampf auf dem US-Automarkt nicht mehr entziehen.

Analysten sind besorgt, dass die von GM angestachelte neue Rabattschlacht die Renditen weiter ruinieren könnte. Die verschärfte Gangart von GM stelle vor allem für Chrysler ein Risiko dar, da die Nummer Drei unter den US-Herstellern – im Gegensatz zur heimischen Konkurrenz – seit Monaten deutliche Absatzzuwächse vermeldet.

Nach Berechnungen der Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein muss die US-Sparte von Daimler-Chrysler nun zusätzlich 600 bis 800 Dollar pro Fahrzeug für Verkaufsanreize ausgeben. Dies brächte die Gewinnprognose für 2005 von bisher operativ 1,46 Mrd. Euro ins Wanken, warnten die Analysten. Autoexperte Georg Stürzer von der Hypo-Vereinsbank glaubt dagegen weiter an eine Ergebnissteigerung bei Chrysler. Der Effekt der Kaufanreize werde überschätzt, sagte er, da die Nettopreise pro Fahrzeug angesichts regelmäßiger Preiserhöhungen sich kaum veränderten.

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