Höhere Margen für Händler
Opel-Betriebsrat wirft GM Ablenkungsmanöver vor

Opel-Betriebsratschef Franz wirft dem Mutterkonzern General Motors vor, mit der Kritik am Standort Deutschland von Problemen auf dem US-Heimatmarkt abzulenken. Ein Stellenabbau bei Opel sei aber kaum zu vermeiden.

HB BERLIN. Der Gesamtbetriebsratschef von Opel, Klaus Franz, hat die Manager des amerikanischen Opel-Mutterkonzerns General Motors (GM) kritisiert, mit der scharfen Kritik am Standort Deutschland und dem Drang nach deutlichem Stellenabbau von den Problemen auf dem GM-Heimatmarkt abzulenken. «Nordamerika ist für GM das nächste Problem. Dort verteuert sich die Arbeit schon allein durch einen 15-prozentigen Kostenanstieg in der Sozialversicherung, während wir in Deutschland die Lohnnebenkosten insgesamt verringern», sagte Franz der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung», wie das Blatt berichtete.

«Das ist ein riesengroßes Problem, doch das verdrängen die GM-Manager», kritisierte Franz. Derzeit verhandelt die Opel-Führung mit dem Betriebsrat über einen Zukunftsvertrag für den deutschen Autohersteller. Ein Stellenabbau ist nach Einschätzung von Franz kaum zu verhindern. «Wir müssen sicher einen Personalabbau akzeptieren, wollen aber betriebsbedingte Kündigungen und eine Werksschließung vermeiden», wurde der Betriebsratschef zitiert.

General Motors fordert in ihren europäischen Werken Einsparungen von 500 Millionen Euro und einen Abbau von 12.000 Stellen. In Deutschland sollen allein 10.000 Arbeitsplätze entfallen. Über den aktuellen Verhandlungsstand sagte Franz nichts und verwies auf das von beiden Seiten vereinbarte Stillschweigen. «Die Verhandlungen sind in vollem Gange und werden fortgesetzt», sagte Franz lediglich.

Einem Bericht der Zeitschrift «Automobilwoche» zufolge will Opel bis 2006 die Margen seiner Händler von unter einem auf 1,5 Prozent anheben, um das Netz zu verstärken. Opel-Vertriebschef Jean-Marc Gales sagte dem Blatt, zugleich werde Opel gegenüber seinen Händlern nicht mehr auf einen Mindestabsatz bestehen. «Solche Eingriffe können wir uns nicht erlauben. Regionales Potenzial werden wir nicht verschenken. Wir werden die Standards, Prozesse und Verkaufsprogramme auf ein sinnvolles Maß reduzieren, damit sich unsere Händler wieder auf das Wesentliche konzentrieren können: den Verkauf», sagte Gales.

Zugleich rückt Opel laut Gales von den Zielvorgaben des GM-Europe-Präsidenten Carl-Peter Forster für dieses Jahr ab. «Wir werden 2004 bei rund zehn Prozent abschließen», sagte der Vertriebschef in Bezug auf den Marktanteil von Opel. Forster hatte im Februar ein Marktanteilsziel von 10,8 Prozent genannt. Gales verwies als Erklärung auf den ausgebliebenen erhofften Aufschwung.

«Ich sehe für 2005 kein Signal einer konjunkturellen Belebung, sondern gehe bestenfalls von einer Stagnation aus. Deshalb stellen wir jetzt die Weichen, um 2005 gegen den Trend zu wachsen», ergänzte der Vertriebschef.

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