Höhere Pensionsverpflichtungen
Boeings Gewinn ist im Sinkflug

Der Tag lief für Boeing nicht gut. Nicht nur, dass beim Erzrivalen Airbus der Testflug des A380 perfekt verlief. Die eigenen Quartalszahlen waren auch noch schlecht.

HB NEW YORK. Höhere Pensionsverpflichtungen haben den Gewinn des US-Flugzeugbauers im Auftaktquartal geschmälert. An seinen Prognosen für das Gesamtjahr 2005 hielt das Unternehmen dennoch fest. Die Boeing-Aktien notierten am späten Vormittag an der New Yorker Börse ein Prozent im Plus bei 59,60 Dollar.

Unter dem Strich sei der Gewinn im Berichtszeitraum auf 535 Mill. Dollar oder 66 Cent je Aktie von 623 Mill. Dollar oder 77 Cent je Aktie ein Jahr zuvor gesunken, teilte Boeing am Mittwoch mit. Im Ergebnis sei eine Steuervergütung von 14 Cent je Aktie enthalten gewesen. Im Vorjahr hatte sich durch eine Steuerrückerstattung ebenfalls ein Zugewinn von zwölf Cent je Anteilsschein ergeben. Befragte Analysten hatten vor Sonderposten im Schnitt mit 55 Cent Gewinn je Dividendenpapier gerechnet.

Der Umsatz stieg um ein Prozent auf 12,99 Mrd. Dollar, womit Boeing die Analystenschätzungen verfehlte. Die Experten waren von Umsatzerlösen in Höhe von 13,49 Mrd. Dollar ausgegangen. Der operative Gewinn sank im Quartal um 17 % auf 687 Mill. Dollar. Die Gewinnmarge verringerte sich um 1,1 %punkte auf 5,3 %. Boeing begründete die Ergebnisbelastung mit höheren Pensionsverpflichtungen.

Für das Gesamtjahr hielt der US-Flugzeugbauer an seinen Prognosen für Gewinn und Auslieferungen fest. Der Gewinn je Aktie solle 2,40 Dollar bis 2,60 Dollar betragen. In diesem Jahr will Boeing 320 Zivil-Flugzeuge ausliefern, 2006 sollen es 375 bis 385 Maschinen sein.

Boeing konkurriert mit dem europäischen Flugzeugbauer Airbus, der am Mittwoch mit dem erfolgreichen Jungfernflug des größten Passagierflugzeugs aller Zeiten, dem A380, Luftfahrt-Geschichte geschrieben hatte. Mit dem A380 endete die vier Jahrzehnte andauernde Vorherrschaft der auch als Jumbo-Jet bekannten Boeing 747 als weltweit größtes Passagierflugzeug. Die Entwicklung des A380 dauerte mehr als zehn Jahre und kostete die Tochter des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS rund zwölf Mrd. Dollar. Bislang liegen 154 Bestellungen und vorläufige Zusagen von 15 Kunden vor.

Boeing hat sich zum Ziel gesetzt, die Vorherrschaft von Airbus, die die Europäer seit 2001 innehaben, wieder zu durchbrechen. Die beiden Konzerne streiten sich derzeit zudem wegen staatlicher Beihilfen zur Entwicklung von Flugzeugen.

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