Höherer operativer Gewinn im Quartal
BP verdient überraschend gut

Zumindest den Ölkonzernen bekommt der Höhenflug des Ölpreises gut. So hat BP im dritten Quartal den Gewinn stärker gesteigert als von Analysten erwartet. Eine Aufstockung geplanter Investitionen löste bei Investoren jedoch die Sorge aus, dass BP künftig weniger Mittel für Aktienrückkäufe und Dividendenzahlungen bereitstellen könnte, und belastete die Aktien des Konzerns.

HB LONDON. Vor Sonderposten steigerte das weltweit zweitgrößte Ölunternehmen seinen Nettogewinn um 46 % auf die Rekordsumme von 4,338 Mrd. Dollar (rund 3,3 Mrd. €). Analysten hatten im Schnitt mit 4,18 Mrd. Dollar gerechnet. Grund für das Plus waren vor allem gute Ergebnisse in den Geschäftsbereichen Erschließung und Förderung (Upstream). Die Geschäfte in den Bereichen Transport, Verarbeitung und Vertrieb (Downstream) zogen ebenfalls an. Analysten nahmen den Quartalsbericht als positiv auf.

Wie BP mitteilte, kletterte der Pro-Forma-Nettogewinn im Quartal um 43 % auf 3,937 Mrd. Dollar, wobei eine Belastung durch Sonderposten in Höhe von 401 Mill. Dollar negativ zu Buche schlug. Für das dritte Quartal werde BP den Aktionären eine Dividende von 7,1 Cent pro Aktie ausschütten.

Für das Gesamtjahr 2004 prognostizierte BP ein Investitionsvolumen - ohne Akquisitionen - von etwas mehr als 14 Mrd. Dollar. Für 2005 bezifferte das Unternehmen das Investitionsvolumen auf rund 14 Mrd. Dollar. Bisher hatte BP für kommendes Jahr eine Milliarde weniger veranschlagt. Den erhöhten Investitionsbedarf führte der Konzern auf die Dollar-Schwäche und gesteigerte Ausgaben für Serviceleistungen zurück.

Der Anstieg im Upstream-Geschäft war vor allem dem gestiegenen Ölpreis geschuldet, der im dritten Quartal die Marke von 50 Dollar je Barrel (rund 159 Liter) geknackt hatte. BP-Chef John Browne sagte vor der Finanzpresse, er rechne damit, dass der Ölpreis mittelfristig nicht unter 30 Dollar je Barrel sinken werde. BP werde aber auch weiterhin bei seinen Planungen einen Ölpreis von 20 Dollar unterstellen.

BP hatte bereits Anfang Oktober mitgeteilt, dass der Konzern im dritten Quartal seine Öl- und Gasförderung um elf Prozent zum Vorjahr gesteigert hatte. Der Konzern profitierte dabei von einer starken Ausweitung seiner Produktion in Russland, die bislang aber vergleichsweise weniger ertragreich ist. Ausfälle durch den Hurrikan „Ivan“ im Golf von Mexiko und ein Brand auf einer ägyptischen Gas-Plattform wirkten sich jedoch belastend auf das Ergebnis aus.

„Die Zahlen sind insgesamt gut“, sagte Analyst Peter Hitchens von Cheuvreux. BP-Aktien gaben bis zum Nachmittag aber dennoch um 0,6 % auf 534,5 Pence nach. Ein anderer Analyst sah als Grund dafür die nun doch höheren für 2005 geplanten Investitionen. „Zuvor hatte BP angekündigt, dass die Ausgaben sinken werden, da sie schon viel Geld für neue Ölfelder ausgegeben haben. Einige hatten erwartet, dass dann mehr Geld für Aktienrückkäufe übrig sein würde“, sagte J.J. Traynor, Ölanalyst bei der Deutschen Bank. Nach Angaben von BP bleibt das Aktienrückkaufprogramm aber intakt.

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