Höherer Quartalsverlus
Ford geht es schlechter als gedacht

Am Dienstag hatte General Motors seine Bilanz fürs zweite Quartal nach unten korrigiert, nun folgt Ford. Das Minus fällt demnach doppelt so hoch aus wie ursprünglich berichtet. Das zwingt Konzernchef Bill Ford zum Handeln. Er hat sich einen Experten für Firmenverkäufe ins Haus geholt. Branchenkenner mutmaßen, Luxustochter Jaguar könnte ihm zum Opfer fallen.

HB/hof/je DETROIT. Ford teilte am Mittwoch nach US-Börsenschluss mit, für das zweite Quartal werde nun ein Verlust von 254 Mill. Dollar ausgewiesen – 131 Mill. Dollar mehr als bisher. Grund seien Kosten für Pensionen, die zu niedrig berechnet worden seien. Die Pensionskosten im Jahr 2006 würden nun 1,2 Mrd. Dollar erreichen statt 1 Mrd. Dollar. Den Anstieg begründete Ford mit Frühpensionierungen und höheren Renten. Ford hatte seine ursprünglichen Zahlen am 20. Juli vorgelegt.

Die hohen Pensionen sind nicht das einzige Problem von Ford. Ein dramatischer Absatzrückgang zwingt Konzernchef Bill Ford zu einem radikalen Konzernumbau. Dabei gibt es für den Autohersteller nun offenbar keine Tabus mehr: Als Berater hat der Konzernchef den ehemaligen Investmentbanker Kenneth Leet engagiert, einen Experten für Unternehmensverkäufe. Er soll nach Medienberichten als Erstes die britische Luxusmarke Jaguar auf den Prüfstand stellen. Ein Ford-Sprecher wollte auf Nachfrage keinen Kommentar abgeben. Die Ford-Aktie reagierte mit einem Kurssprung von mehr als vier Prozent auf die Nachricht, bröckelte nach Bekanntwerden des höheren Quartalsverlusts aber um den gleichen Wert wieder ab.

Dass bei Jaguar Handlungsbedarf besteht, zeigt eine weitere Ankündigung vom Mittwochabend. Die Premier Automotive Group, in der die Luxusmarken Volvo, Jaguar, Land Rover und Aston Martin gebündelt sind, werde im laufenden Jahr einen Verlust schreiben, teilte Ford mit. Zur Begründung wurde die Umsatzentwicklung der Sparte genannt. Bislang hatte Ford einen kleinen Gewinn erwartet. Doch im zweiten Quartal war ein Verlust vor Steuern von 162 Mill. Dollar angefallen, der das Ansinnen offenbar zunichte machte. Dies drückte den ganzen Konzern ins Minus.

Wie das „Wall Street Journal“ und amerikanische Nachrichtenagenturen übereinstimmend berichten, soll der neue Ford-Berater Leet mit einem kleinen Team nun sämtliche Unternehmensbereiche unter die Lupe nehmen, ob ein Verkauf sinnvoll und möglich wäre. Auch eine Allianz mit einem anderen Autohersteller soll geprüft werden. Leet hatte zuletzt bei der Investmentbank Goldman Sachs Fusions- und Übernahmeteams geführt.

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