Höherer Verlust erwartet
Medigene kauft britische Avidex

Das Biotech-Unternehmen Medigene kauft den britischen Mitbewerber Avidex und erwartet daher einen deutlich höheren Jahresverlust als bisher angenommen. Der Wert der Avidex-Transaktion betrage etwa 50 Mill. Euro, teilte Medigene am späten Mittwochabend in Martinsried mit.

dpa-afx MARTINSRIED. Im Zuge der Komplettübernahme der privaten britischen Avidex plant das deutsche Biotech-Unternehmen eine Kapitalerhöhung. Als Kaufpreis für die Avidex Ltd. sei die Ausgabe von Medigene-Aktien vereinbart worden. Die Transaktion soll bis Mitte Oktober über die Bühne gehen. "Durch den Kauf des privaten, in Oxford ansässigen Unternehmens erweitert die Medigene AG ihr Portfolio durch mehrere Medikamentenkandidaten gegen Krebs und Autoimmunkrankheiten und erwirbt eine weitere Technologieplattform zur Entwicklung neuer Medikamente", hieß es.

Zugleich senkte Medigene seine Ergebnisprognose für 2006 erneut. Statt einem Verlust vor Steuern und Zinsen (Ebit) von zehn bis 15 Mill. Euro dürfte nun ein Minus von rund 20 Mill. Euro anfallen. Die Umsatzprognose von 20 bis 25 Mill. Euro bleibe bestehen. Bereits Ende Juni hatte Medigene seine Finanzziele für das laufende Jahr gekappt, da die Genitalwarzen-Salbe Polyphenon wohl erst 2007 und damit später als geplant auf den Markt kommen wird.

Nach Abschluss der Avidex-Übernahme werden die Aktionäre der britischen Gesellschaft 28 Prozent der Medigene-Aktien halten, wie die Martinsrieder bekannt gaben. Der Großteil der neu ausgegebenen Aktien unterliege einer Haltefrist von zwölf Monaten, teilte Medigene weiter mit. Bis zum Abschluss der Transaktion würden Avidex-Aktionäre drei Mill. britische Pfund in bar investieren, um die klinischen und vorklinischen Programme von Avidex mit zu finanzieren. Unter Führung von Fonds erhöhe sich der Barmittelbestand von Avidex auf etwa sieben Mill. Euro.

Zur Avidex-Übernahme unterzeichnete Medigene nach eigenen Angaben bereits einen entsprechenden Vertrag. Avidexs Hauptprodukt Rhudex gegen Immunkrankheiten stehe vor dem Beginn einer klinischen Phase IIa-Studie zur Behandlung von rheumatoider Arthritis. "Weitere Medikamentenkandidaten befinden sich in der Erforschung und vorklinischen Entwicklung", teilte Medigene mit. Die britische Avidex soll als Tochterunternehmen der Medigene AG am Firmensitz in Oxford bestehen bleiben.

Der Medigene-Vorstand beschloss am Mittwoch, das Grundkapital von 20,62 auf 28,65 Mill. Euro gegen Einbringung der Avidex-Aktien und unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre zu erhöhen. "Nach Eintragung der Kapitalerhöhung im Handelsregister werden bei der Avidex Ltd. noch Optionen ausgeübt", kündigten die Martinsrieder an. Die daraus resultierenden Avidex-Anteile sollen ebenfalls im Zuge einer Sachkapitalerhöhung gegen Medigene-Aktien mit einem Börsenwert von insgesamt etwa 750 000 Euro in die Medigene AG eingebracht werden.

Für die weitere Finanzierung der erworbenen Projekte schloss Medigene einen Vertrag mit der französische Bank Societe Generale (SG). Demnach habe Medigene die Option, durch Ausnutzung des genehmigten Kapitals unter Ausschluss des Bezugsrechts der Altaktionäre das Grundkapital binnen 18 Monaten stufenweise um bis zu zwei Mill. Euro durch Ausgabe von bis zu zwei Mill. Aktien gegen Bareinlage zu erhöhen. Dabei sei die SG unter bestimmten Bedingungen verpflichtet, die Aktien zu einem "marktnahen Preis" zu zeichnen. Medigene sei nicht zur Ausgabe neuer Aktien verpflichtet. Zudem könnten die Martinsrieder Ausgabe und Zeitpunkt jeder Emission selbst festlegen.

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