Hörgerätefirma
Sonova hängt die Konkurrenz ab

Zwar wächst der Gesamtmarkt für Hörgeräte kaum, doch der Hersteller Sonova legt trotzdem gut zu. Dabei lässt die Firma die Konkurrenz immer mehr hinter sich. Das jüngste Ergebnis überraschte auch Analysten.
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StäfaDer weltgrößte Hörgeräte-Hersteller Sonova baut den Vorsprung auf die Konkurrenz weiter aus. In der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2012/13 wuchs der Umsatz des Zürcher Konzerns zufolge in Lokalwährungen um 7,9 Prozent auf 872,4 Millionen Franken (724 Millionen Euro), wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Der Gesamtmarkt, um den auch Siemens kämpft, wächst Analysten zufolge dagegen kaum. Doch damit ist Sonova noch nicht zufrieden und will den Wettbewerbern auch im kommenden Jahr Geschäft abjagen. "Wir setzen uns Ziele, die über dem Marktwachstum liegen", sagte Konzernchef Lukas Braunschweiler zu Reuters.

Sonova ist im Vergleich zur Konkurrenz geografisch und bei den Vertriebskanälen breiter aufgestellt, zudem verfügen die Schweizer über ein moderneres Produktangebot als etwa die Nummer zwei William Demant aus Dänemark. Seit der Übernahme der US-amerikanischen Advanced Bionics 2009 ist Sonova zudem weltweit das einzige Unternehmen, das sowohl Hörgeräte als auch Hörimplantate anbietet.

Die Hörimplantate sorgten im Halbjahr im Konzern zusammen mit den günstigeren Wechselkursen auch für einen Gewinnsprung von 43,8 Prozent auf 149,2 Millionen Franken. In der Vorjahresperiode lastete der freiwillige Rückruf von Innenohr-Implantaten auf Umsatz und Ergebnis. Das ist nun überwunden. Der Bereich, der lediglich etwa ein Zehntel des Umsatzes der Gruppe ausmacht, steuerte im Halbjahr fast die Hälfte des Wachstums der Gruppe bei und erreichte früher als von Analysten erwartet die Gewinnschwelle.

Der Halbjahresabschluss lag über den Erwartungen, so dass die Anleger bei den Aktien zugriffen. Sonova-Titel kletterten 7,5 Prozent auf 100 Franken, während die europäischen Gesundheitswerte insgesamt knapp behauptet waren. Nach einer Gewinnwarnung von William Demant in der Vorwoche war auch der Sonova-Kurs ins Rutschen geraten. Demant machte für die Kürzung der Prognose den schrumpfenden Markt verantwortlich und die Anleger fürchteten, dass sich auch Sonova diesem Umfeld nicht entziehen kann. Den Analysten der Bank Notenstein zufolge ist es Sonova nun aber gelungen, dem von staatlichen Sparmaßnahmen ausgehenden Margendruck standzuhalten.

Sonova bestätigte auch den Ausblick für das Gesamtjahr. Der Konzern erwartet ein Umsatzwachstum von sieben bis neun Prozent in Lokalwährungen und eine Steigerung des Betriebsergebnisses (Ebita) um 15 bis 20 Prozent. Die Analysten der Zürcher Kantonalbank zeigten sich enttäuscht, dass Sonova die Prognose angesichts des ausgezeichneten Halbjahresergebnisses nicht anhob.

Auch wenn Sonova die sechs Konkurrenten noch weiter hinter sich lässt, müssen diese sich kaum vor einer Übernahme durch die Schweizer fürchten. Dem dürften die Regulatoren wohl einen Riegel vorschieben. Zudem wäre es schwierig, die nötigen Kostensynergien zu heben. "Wir sehen nicht, wieso zwei Hersteller zusammen kommen sollten", sagte Braunschweiler. Denkbar sei dagegen, dass etwa eine Private Equity-Gesellschaft an der Siemens-Hörgeräte-Sparte Interesse haben könnte, erklärte der Sonova-Chef.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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