Hörgerätehersteller
Sonova will den Markt weit hinter sich lassen

Der weltgrößte Hörgerätehersteller will 2011 doppelt so schnell wachsen wie der Markt. Und das trotz eines abrupten Führungswechsels und erstarkter Konkurrenz. Doch nicht das Kerngeschäft soll dabei helfen.
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ZürichDer Schweizer Konzern peilt im laufenden Geschäftsjahr ein Umsatzwachstum in Lokalwährungen von acht bis zehn Prozent an. Das Marktwachstum schätzt der Siemens-Konkurrent Angaben vom Dienstag zufolge auf vier bis fünf Prozent. Helfen sollen dem Unternehmen aus Stäfa am Zürichsee dabei neue Produkte und der weitere Ausbau des Vertriebs.

Im Geschäftsjahr 2010/11 erwirtschaftete Sonova einen Rekordumsatz von 1,62 Milliarden Franken (rund 1,3 Milliarden Euro). Das organische Wachstum ging im Vergleich zum Vorjahr dabei markant auf 5,8 Prozent zurück. Konkurrenten wie die dänische William Demant bedrängen Sonova immer mehr. Bei der Einführung einer neuen Produktereihe traten zudem Mängel auf, die inzwischen allerdings behoben sind. Schließlich musste Sonova die Hörimplantate der erst 2009 für rund eine halbe Milliarde Dollar übernommenen Advanced Bionics zurückrufen. Die durchkreuzten Wachstumspläne veranlassten Sonova, in den beiden vergangenen Geschäftsjahren 192 Millionen Franken auf dem Implantatgeschäft abzuschreiben. 2010/11 verdiente Sonova unter dem Strich damit noch 231 (Vorjahr 217) Millionen Franken.

Die Probleme zwangen Sonova im März zu einer Gewinnwarnung. Unzulässige Aktienverkäufe von Führungskräften im Vorfeld dieser Gewinnwarnung führten dann zum Abgang von Konzernchef, Finanzchef und Verwaltungsratspräsidenten. An der Strategie eines umfassenden Angebots will aber auch das neue Management festhalten. Sonova ist die einzige Firma, die sowohl klassische Hörgeräte als auch Innenohrimplantate anbietet, die bei schweren, häufig angeborenen Hörschäden zum Einsatz kommen. Dieser Markt wächst mit zehn bis 15 Prozent deutlich schneller als das Kerngeschäft der Hörgeräte. Bis die US-Gesundheitsbehörde die Implantate wieder zum Verkauf freigibt, kann Sonova davon aber nicht voll profitieren.

Beim Konzernumsatz stellt sich Sonova darauf ein, dass der starke Franken das organische Wachstum in Lokalwährungen im laufenden Jahr wieder auffressen könnte. Beim Betriebsergebnis rechnet der Konzern mit währungsbedingten Einbußen von 60 Millionen Franken, sodass dann noch eine Ebita-Marge von 20 bis 21 Prozent übrig bleiben dürfte.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Hörgerätehersteller: Sonova will den Markt weit hinter sich lassen"

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  • Wachsen wollen und wachsen können - das sind zwei paar Schuhe. Jeder weiss, dass das Management massenweise Aktien verkaufte - weshalb das tun, wenn dann die Zukunft so schön aussehen soll? Es scheint, dass wohl alles beim Glauben und schönen Worten bleibt.

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